Ein Großbrand hat im Südwesten Frankreichs eine beliebte Urlaubsregion erfasst. Der Waldbrand bei Bordeaux brach am Mittwoch nahe dem Becken von Arcachon aus und breitete sich rasch aus. Nach Angaben der Behörden wurden rund 12.000 Menschen evakuiert, wie die französische Zeitung La Dépêche du Midi berichtete. Laut den Behörden handele es sich um eine „vorsorgliche“ Maßnahme. Bereits rund 2000 Hektar Land sind demnach verbrannt.
Unter den Evakuierten waren laut AFP sowohl Einheimische als auch Touristen. Nach Behördenangaben wurden am frühen Morgen sechs Campingplätze und eine FKK-Anlage im Norden von Cap Ferret geräumt. Reuters berichtete, dass in der südwestlichen Region Gironde zeitweise der Straßenverkehr in Richtung der bei Urlaubern beliebten Strände nahe eines Brandgebiets umgeleitet wurde.
Kleines Wohnmobil von Annex: Acht Plätze auf nur 5,23 Metern
Waldbrandrisiko bleibt hoch
Laut dem staatlichen Wetterdienst Météo France, zitiert von Reuters, soll das Waldbrandrisiko im Westen und Südwesten Frankreichs für den Rest der Woche sehr hoch bleiben. Die Präfektin der Gironde, Sophie Brocas, kündigte dem Bericht zufolge an, sämtliche Arbeiten mit Verbrennungsmotoren zu verbieten.
Die Behörden richteten dringende Appelle an die Bevölkerung. In den von der Hitzewelle betroffenen Gebieten sollen Menschen auf Grillen verzichten. Nach Angaben aus Frankreich, die Reuters wiedergibt, gehen neun von zehn Waldbränden auf menschliche Aktivität zurück – ob versehentlich oder nicht.
Zwei Feuerwehrleute kamen ums Leben
Der Brand bei Bordeaux ist kein Einzelfall. Frankreich meldete laut AFP am Dienstag, dass mehr als 42.000 Hektar Land zwischen Januar und Mitte Juli verbrannt seien – mehr als im bisherigen Höchstjahr 2022.
Innenminister Laurent Nuñez nannte laut Reuters bei einem Besuch in der Gironde am Mittwoch sogar eine Zahl von 44.000 verbrannten Hektar seit Jahresbeginn. Seinen Angaben zufolge brachen seit Jahresanfang mehr als 12.500 Brände aus. Der Anlass seines Besuchs war ein tragischer: Nuñez erwies zwei Feuerwehrleuten die letzte Ehre, die am Dienstag ums Leben kamen, als ihr Löschfahrzeug in Flammen aufging.
Waldbrand in Spanien: Evakuierung mehrerer Gemeinden
Auch Spanien ist von schweren Waldbränden betroffen. Wegen eines Feuers in der Gemeinde Almorox, rund 70 Kilometer südwestlich von Madrid, wurden laut AFP am Mittwoch mehrere Gemeinden evakuiert und die Ortschaft Villa del Prado unter Ausgangssperre gestellt. Die Behörden warnten vor stark eingeschränkter Sicht durch den Rauch und riefen Anwohner mit Atemwegserkrankungen auf, nachts die Fenster zu schließen.
Bei dem bislang größten spanischen Waldbrand des Jahres in der Provinz Guadalajara wurden laut AFP rund 32.000 Hektar verwüstet. Erst am Dienstag begann sich die Lage laut Feuerwehr zu stabilisieren, sodass erste Anwohner zurückkehren durften. (mit AFP)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]