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Großbrand

300 Hektar Wald in Flammen: Eifel-Brand könnte größter in NRW seit Jahrzehnten sein

Die Feuerwand rückt bis auf 150 Meter an die Häuser heran. Bundeswehr, Panzer und Löschhubschrauber kämpfen im Hürtgenwald gegen die Flammen.

3 Min
Mehrere Hundert Hektar Waldfläche stehen in Flammen.

Mehrere Hundert Hektar Waldfläche stehen in Flammen.

© Rolf Vennenbernd/dpa

Der Waldbrand bei Hürtgenwald in der Eifel ist nach Einschätzung der Landesregierung möglicherweise der größte in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. „Wir haben hier in Hürtgenwald mit einem Ausmaß zu tun, mit dem wir so nichts zu tun hatten in Jahrzehnten“, sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei einem Besuch der Einsatzkräfte. „Das ist einfach eine andere Hausnummer.“

Die Landesregierung gehe davon aus, dass es der größte Waldbrand in der Geschichte von NRW sei, sagte Gorißen. „Wir wüssten zumindest nicht, dass es einen Waldbrand gab, der daran herangereicht hat.“ Die Flammen dehnten sich nach Behördenangaben auf 300 Hektar aus und bedrohten weiterhin den in der Nacht zu Freitag geräumten Ortsteil Gey. Rund 1800 Bewohner waren in Sicherheit gebracht worden.

„Ein bisschen apokalyptisch“

Gorißen sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie habe bereits während der Anfahrt die Rauchsäulen aufsteigen sehen. „Das ist so ein bisschen apokalyptisch. Es ist ein sehr beeindruckendes Bild, sehr trauriges Bild, den Wald brennen zu sehen.“ Beeindruckend sei aber auch, welche Zahl an Menschen mit anpacke. Sie appellierte an die Bevölkerung, keine Wälder zu betreten. „Fast alle Waldbrände sind menschengemacht.“

Das Feuer befand sich nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises Düren noch 150 bis 200 Meter vor Gey. „Die Lage ist dynamisch, da sich der Wind dreht“, teilte der Landkreis mit. Eine schnelle Rückkehr der Evakuierten zeichnete sich zunächst nicht ab, Planungen für eine Unterbringung über Nacht liefen an.

Bundeswehr und Polizei im Einsatz

Mehr als 200 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und weiteren Organisationen waren im Einsatz. Hubschrauber unterstützten mit Wasserabwürfen aus der Luft, auch vier Wasserwerfer der Polizei und Panzer der Bundeswehr waren laut Behörden vor Ort. Landwirte halfen bei der Wasserversorgung. Feuerwehren aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens wurden entsandt, darunter Kräfte eines speziellen Waldbrandmoduls, das zuletzt in Spanien im Einsatz war. In der Nacht seien zudem Schneisen in den Wald gezogen und Gegenfeuer gelegt worden.

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Dürens Landrat Ralf Nolten (CDU) rechnete mit einem längeren Einsatz. „Wir sind noch lange nicht durch“, sagte er vor Ort. Für zusätzliche Gefahr sorgten Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg. Sowohl in der Nacht als auch tagsüber seien Explosionen zu hören gewesen. Im Hürtgenwald südöstlich von Aachen hatte es am Ende des Krieges heftige Kämpfe gegeben.

Merz dankt Einsatzkräften

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dankte auf der Plattform X allen Einsatzkräften „für ihren unermüdlichen und oft bis zur Erschöpfung reichenden Einsatz“. Der Bund werde durch Bundespolizei und Bundeswehr unterstützen, wo immer möglich. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) appellierte an die Bevölkerung, sich von den Bränden fernzuhalten und die Helfer nicht zu behindern.

Auch in der Verbandsgemeinde Vordereifel in Rheinland-Pfalz wütete ein größerer Wald- und Wiesenbrand, wie der Landkreis Mayen-Koblenz mitteilte. Bewohner der Gemeinden Langenfeld und Arft wurden per Warnapp aufgefordert, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten.

Bundesweit kämpfen Einsatzkräfte seit Tagen bei heißem und trockenem Wetter gegen zahlreiche Wald- und Flächenbrände. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts dauert die Hitzewelle mit örtlich bis zu 39 Grad noch bis zum Wochenende. Erst ab Samstag ist mit Regenfällen zu rechnen. (mit dpa, AFP)

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