Ungewöhnliche Rettungsaktion in der Sächsischen Schweiz: Ein Wanderer aus Berlin und sein Hund sind am Donnerstagabend im engen Kirnitzschtal bei Hinterhermsdorf in eine gefährliche Lage geraten. Der 66-jährige Mann hatte sich bei einer Tour entlang der Kirnitzsch verirrt und saß schließlich mit seinem Vierbeiner im unwegsamen Gelände nahe der Unteren beziehungsweise Oberen Schleuse fest, wie die Bergretter berichteten. Sieben Einsatzkräfte der Bergwacht Bad Schandau retteten beide nach einem aufwendigen Seileinsatz aus der Schlucht.
Der Urlauber, der auf einem Campingplatz in Hinterhermsdorf wohnte, hatte sich bei seiner Wanderung an Google Maps orientiert und war der Kirnitzsch flussaufwärts gefolgt. Im engen Tal verschlechterten sich jedoch Mobilfunk- und GPS-Empfang zunehmend. Dadurch geriet er immer weiter abseits der regulären Wege in steiles, schwer passierbares Gelände. Schließlich kam er am Ufer der Kirnitzsch in der Nähe der Staumauer nicht mehr weiter. Der Rückweg war aufgrund der schwierigen Bedingungen und seiner nachlassenden Kräfte nicht mehr möglich.
Der Notruf ging zunächst bei der tschechischen Rettungsleitstelle ein und wurde anschließend an die Integrierte Regionalleitstelle Dresden weitergeleitet. Da kein telefonischer Kontakt zum Wanderer hergestellt werden konnte, blieb sein genauer Aufenthaltsort vorerst unklar.
Bei der Suche erhielten die Einsatzkräfte Unterstützung von zwei Wanderpaaren aus Deutschland und Tschechien. Weil im Tal kaum Handyempfang vorhanden war, mussten die Wanderer zunächst zum Hermannseck aufsteigen, um Hilfe anzufordern. Einer der Helfer setzte den Notruf ab, während sich die übrigen entlang der Wege positionierten und die Bergretter zum Vermissten lotsten.
Rettung nur über den Steilhang möglich
Die Bergwacht rückte mit zwei Einsatzfahrzeugen aus. An der Bootsstation nahe der Schleuse entdeckten die Retter schließlich den Mann und seinen Hund am Ufer der Kirnitzsch, umgeben von steilen Hängen. Da eine Bergung über die Staumauer aufgrund der örtlichen Verhältnisse und des Wasserstands nicht möglich war, entschieden sich die Einsatzkräfte für eine Rettung über den Hang.
Dafür wurden mehrere Seilsicherungen aufgebaut. Zwei Bergretter seilten sich durch das steile, von Totholz durchsetzte Gelände zu dem bereits unterkühlten Wanderer ab. Anschließend mussten der Mann und sein etwa 20 Kilogramm schwerer Hund fast 40 Höhenmeter nach oben gebracht werden. Der Hund wurde zunächst sicher in einem Rucksack verstaut und auf dem Rücken eines Bergretters transportiert. Mit Unterstützung weiterer Einsatzkräfte sowie eines Flaschenzugs gelang schließlich auch der gesicherte Aufstieg des Wanderers zum Flößersteig.
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Oben angekommen waren Mann und Hund zwar leicht unterkühlt, aber unverletzt. Im warmen Einsatzfahrzeug der Bergwacht konnte sich der Wanderer aufwärmen. Anschließend brachten ihn die Retter zurück zu seinem Wohnmobil auf dem Campingplatz in Hinterhermsdorf.
Die Bergwacht Bad Schandau bedankte sich ausdrücklich bei den Helfern, die bei der Suche unterstützten und den Notruf ermöglichten. Ihre Unterstützung habe entscheidend dazu beigetragen, den Aufenthalt des Wanderers schnell zu lokalisieren und die Rettung einzuleiten. Für die Einsatzkräfte endete der aufwendige Einsatz erst kurz vor Mitternacht.
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