Wie das Wetterportal daswetter.com berichtet, startet die eigentlich schneereiche Phase des Winters in der Regel deutlich später, als viele hoffen. Wer schon jetzt von Schlitten und verschneiten Landschaften träumt, sollte also einen Blick in die langjährige Wetterstatistik werfen.
Weiße Weihnachten sind die Ausnahme
Für viele gehört Schnee zu Dezember, Glühwein und Weihnachtsmarkt einfach dazu. Im Flachland sieht die Realität aber meist anders aus: Die Chance auf weiße Weihnachten liegt in tieferen Lagen nur bei etwa 10 bis 15 Prozent. Dafür sorgt häufig das sogenannte Weihnachtstauwetter, bei dem rund um die Feiertage milde Atlantikluft nach Deutschland strömt. Selbst wenn es im Dezember zwischendurch geschneit hat, ist der Schnee an Heiligabend oft schon wieder weg.
Ein Trend, der über dieses Jahr hinausgeht
Die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen, dass sich die Chancen langfristig weiter verschlechtern. Vergleicht man die Zeiträume 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke an allen drei Weihnachtstagen im Bundesmittel um 13 Prozentpunkte gesunken, regional sogar um bis zu 44 Punkte.
In Berlin und Hamburg liegt der Rückgang jeweils bei zehn Prozentpunkten, im Norden und Westen liegt die Chance heute meist unter zehn Prozent. Hinzu kommt, dass Schnee bei stark schwankenden Wintertemperaturen oft schnell wieder wegschmilzt. Eine Analyse ergab außerdem, dass es in den letzten zehn Jahren in Deutschland im Schnitt 18 Wintertage mehr mit Tiefstwerten über null Grad gab, als es ohne Klimawandel zu erwarten gewesen wäre.
Ab Mitte Januar wird es winterlich
Statistisch beginnt nach dem Jahreswechsel der Hochwinter. Ab etwa Mitte Januar ist es im Mittel am kältesten, und die Wahrscheinlichkeit für Frost, Dauerfrost und eine geschlossene Schneedecke steigt spürbar. Der Grund: Boden und Gewässer haben bis dahin viel Wärme verloren, während die Sonne noch wenig Kraft hat. Wenn sich ein stabiles Hoch über Skandinavien oder Russland festsetzt, kann eiskalte Festlandsluft bis nach Deutschland vordringen. Trifft sie auf feuchte Luftmassen, schneit es bis ins Flachland.
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Der Februar wird unterschätzt
In vielen Regionen gehört der Februar zu den schneereichsten Monaten des Winters, besonders in seiner ersten Hälfte, wenn kräftige Wintereinbrüche mit ordentlichen Neuschneemengen möglich sind. Auch viele der bekannten Schneechaos-Lagen der Vergangenheit fielen in die Zeit zwischen Mitte Januar und Ende Februar und nicht in den Dezember.
Und im März?
Auch der März kann noch einmal Winter bringen, vor allem in der ersten Monatshälfte. Der Schnee ist dann oft nass und schwer und taut dank der stärkeren Sonne schnell wieder ab. In den Mittelgebirgen hält sich die Schneedecke dagegen häufig bis weit in den März, was für Wintersportler oft die beste Zeit des Jahres bedeutet.
Was heißt das für 2026/27?
Ob der kommende Winter ein richtiger Schneewinter wird, lässt sich derzeit nicht seriös vorhersagen. Langfristige Trends liefern bestenfalls erste Hinweise, denn die entscheidenden Wetterlagen entstehen meist erst wenige Tage vorher. Sicher ist nur: Ein grauer, milder Dezember sagt wenig über den weiteren Verlauf aus. Die winterlichste Phase beginnt meist erst Mitte Januar und reicht oft weit in den Februar hinein, Geduld lohnt sich also.
Nach dem vergangenen Winter dürfte dies indes viele Menschen freuen, gerade Berlin hatte die eisige Jahreszeit ja über drei Monate lang fest im Griff. Besonders die schlecht geräumten und kaum gestreuten Bürgersteige und Straßen sorgten bei vielen Bewohnern und Besuchern der Hauptstadt mal wieder für Unmut.
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