Warenhaus am Alex wird erweitert - und soll umsatzstärkster Kaufhof in Europa sein

Höher, breiter, moderner

Uwe Aulich
3 Min

MITTE. Eine weiße Linie markiert seit Montag auf dem Alexanderplatz, wie groß die Galeria Kaufhof nach ihrer Erweiterung sein wird. Der Strich befindet sich rund 25 Meter von der jetzigen Fassade entfernt - das neue Warenhaus wird also weiter auf den Platz ragen. "Jetzt geht es wirklich los", sagt Lovro Mandac. Der Vorstandsvorsitzende der Kaufhof Warenhaus AG spricht schon von einem "Weltstadtwarenhaus" und als Vergleich zum KaDeWe von einem "Kaufhaus des Ostens", das in den kommenden zwei Jahren am Alexanderplatz enstehen soll. Dabei wird das einstige Centrum Warenhaus erweitert - statt derzeit 20 000 wird es dann 35 000 Quadratmeter Verkaufsfläche geben. Ende Juli werden die Bauzäune aufgestellt, im Mai 2005 steht der Erweiterungsbau. Wenig protzig, aber modern will sich der Kaufhof zeigen. Die Eröffnung ist pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland geplant. Spiele können dann auf einer Video-Leinwand verfolgt werden, die an der neuen Fassade aus Sandstein und Glas angebracht wird. Auch ein Teil der historischen alten Wabenfassade, die zu großen Teilen kaputt ist, bleibt erhalten: Der Übergang zum Hotel Park Inn wird mit einigen Waben verkleidet. Insgesamt investiert der Metro-Konzern, zu dem Kaufhof gehört, rund 110 Millionen Euro in den Neubau. Auf die Errichtung eines 150 Meter hohen Büroturms, wie ihn das Senatskonzept für den Alexanderplatz an dieser Stelle vorsieht, verzichtet der Konzern vorerst. Man stehe aber zu den Verträgen mit dem Senat und halte sich die Option offen. Glaspyramide auf dem DachDie Kaufhof-Erweiterung ist eine "Operation am offenen Herzen". Denn während der Bauzeit geht der Verkauf weiter. Ob es auf dem Alexanderplatz vorübergehend ein großes Verkaufszelt geben wird, ist noch unklar. "Wir verhandeln noch mit dem Bezirk", sagt Detlef Steffens, der Geschäftsführer des Warenhauses. Er hat bereits mit vielen Mitarbeitern sein Ausweichquartier im benachbarten Hotel Park Inn bezogen. Denn die oberste Etage des Kaufhof, in der bislang die Verwaltung saß, wird um einen Meter aufgestockt und zu einer neuen Verkaufsetage ausgebaut. Dort zieht dann auf doppelt so viel Fläche wie bisher die Sportarena ein. Außerdem entsteht ein Restaurant. Für die Mitarbeiter werden in einem neuen Dachgeschoss Umkleide- und Büroräume sowie Seminarräume eingerichtet. Das Dach wird eine gläserne Pyramide krönen. Sie erhebt sich über den neuen zentral angeordneten Fahrtreppen, die die beiden alten Anlagen ablösen. Zum Alexanderplatz entsteht ein neuer, breiter Haupteingang. Steffens will den Kaufhof so umbauen, wie die "Kunden das heute verlangen". Das heißt: Die Lebensmittelabteilung im Erdgeschoss erhält einen Feinschmeckerbereich. "20 Prozent unserer Kunden sind Touristen. Die wollen auch mal ein Glas Champagner trinken oder einen Espresso", sagt Steffens. Durch die Erweiterung sei es auch möglich, die Bekleidung für Damen und Herren auf jeweils einer Etage übersichtlicher zu präsentieren. Das Sortiment in dem Haus wird beibehalten, ergänzt durch neue Marken. Nach der Erweiterung will Kaufhof den Umsatz von 150 Millionen Euro im Jahr 2003 auf dann 200 Millionen Euro steigern. Vorstandsvorsitzender Mandac: "Wir werden in Europa zu den umsatzstärksten Häusern gehören."------------------------------Grafik: So soll die neue Fassade am Kaufhof aussehen. Der Entwurf stammt vom Berliner Architekten Josef Paul Kleihues.

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