An den Vivantes-Kliniken in Berlin sind Beschäftigte ab Mittwoch in den Warnstreik getreten. Aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi dazu, dass Angestellte aus Gastronomie, Logistik, Reinigung und anderen Bereichen der Vivantes-Tochterunternehmen ihre Arbeit ruhen lassen. Ärzte und Pflegefachkräfte zählen nicht dazu. Der Aufruf gilt bis zum Ende der Nachtschicht am Morgen des 28. Februar.
Patienten müssen damit rechnen, dass planbare Operationen zum Teil verschoben werden, sagte ein Vivantes-Sprecher. Einige der streikenden Beschäftigten sind unter anderem für die Reinigung von Operations-Instrumenten zuständig.
2200 Beschäftige bei Vivantes-Tochterunternehmen
Demnach führe die von Verdi angestrebte Personalstärke in den beiden Zentralstellen von Verdi für die Sterilisation von OP-Equipment dazu, dass Eingriffe bei Krebspatienten verschoben werden müssten.
Laut Verdi-Sprecher beginnt der Warnstreik mit der frühesten Frühschicht, an manchen Standorten sei dies ab 5 Uhr. Über eine Notdienstvereinbarung konnten sich Vivantes und Verdi nicht verständigen.
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Bei den Vivantes-Tochterunternehmen arbeiten rund 2200 Beschäftigte. Verdi fordert für sie einen Tarifvertrag, bei dem die Regelungen des Tarifvertrags für Beschäftigte des öffentlichen Diensts in Krankenhäusern (TVÖD-K) eins zu eins auf die Vivantes-Beschäftigten übertragen werden. Vivantes befindet sich zu 100 Prozent im Besitz des Landes Berlin. Das hat dem Unternehmen angesichts eines Defizits von 120 Millionen Euro einen harten Sanierungskurs verordnet.
Streik bei Vivantes: Diese Kliniken sind betroffen
- Auguste-Viktoria-Klinikum (Tempelhof-Schöneberg)
- Humboldt-Klinikum (Reinickendorf)
- Ida-Wolff-Krankenhaus (Neukölln)
- Klinikum Kaulsdorf (Marzahn-Hellersdorf)
- Klinikum Am Urban (Neukölln)
- Klinikum im Friedrichshain
- Klinikum Neukölln
- Klinikum Spandau
- Wenckebach-Klinikum (Tempelhof-Schöneberg)
Aktuell verdienen die Beschäftigten der Vivantes-Tochterunternehmen laut Vivantes zwischen 91 und 96 Prozent des Tabellenentgeltes des TVÖD-K. Das Unternehmen hat angeboten, die Tabellenentgelte stufenweise in vier Jahren auf 100 Prozent des TVÖD-Niveaus anzuheben. Doch der Gewerkschaft ist das zu spät. Außerdem gibt es unter anderem Streit über die Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung und Jahressonderzuschläge. Die Verhandlungen laufen seit Januar. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 6. März vorgesehen.
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