Autofahrer müssen sich bundesweit auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Wegen Warnstreiks bei der Autobahn GmbH des Bundes sowie bei Landesstraßenbauverwaltungen kommt es am Dienstag zu Sperrungen von Tunneln. Diese müssen aus Sicherheitsgründen während der Arbeitsniederlegungen geschlossen werden, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte.
Forderungen im Tarifstreit
Die Warnstreiks richten sich an rund 14.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH sowie mehrere Tausend Mitarbeiter der Landesstraßenbauverwaltungen. Verdi begründet die Aktionen mit dem „zähen bis inakzeptablen Verlauf“ der Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Gehalt pro Monat, mindestens jedoch 300 Euro, um insbesondere untere Lohngruppen zu entlasten. Zugleich fordert Verdi, die noch rund tausend unbesetzten Stellen bei der Autobahn GmbH zu besetzen.
Schwerpunkte des Streiks in NRW und Norddeutschland
Ein Schwerpunkt der Arbeitsniederlegungen liegt in Nordrhein-Westfalen. Dort werden nach Angaben von Straßen.NRW elf lange Tunnel auf Bundes- und Landesstraßen gesperrt, nachdem alle 28 Tunnelleitzentralen des Landes bestreikt werden. Eine genaue Übersicht findet sich auf den Seiten des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen.
Auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind Verkehrs- und Tunnelleitzentralen betroffen. Bundesweit sind Warnstreiks an 18 Standorten angekündigt, darunter auch Berlin. Hier sind bisher keine Sperrungen bekannt.
Wichtige Verkehrsachsen wie der Hamburger Elbtunnel sind bis 18:00 Uhr nur eingeschränkt befahrbar. Der Wesertunnel bleibt ganztägig geschlossen.
Kritik aus der Wirtschaft an der Schließung Wesertunnel
Insbesondere die ganztägige Sperrung des Wesertunnels stößt auf scharfe Kritik der Industrie- und Handelskammer Oldenburg. „Gerade in einer wirtschaftlich unsicheren Zeit sendet eine ganztägige Sperrung einer Schlüsselinfrastruktur das falsche Signal an Unternehmen“, sagte der Vorsitzende des IHK-Verkehrsausschusses, Fokke Fels, gegenüber der Presse. Die Sperrung zwinge Berufs- und Lieferverkehr zu weiträumigen Umleitungen und verlängere Fahrzeiten erheblich.
Verdi kündigte an, den Druck in den Tarifverhandlungen weiter zu erhöhen, sollte es weiterhin kein konkretes Angebot der Arbeitgeber geben. Die nächsten Gesprächsrunden sind für Februar geplant. (mit dpa)
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