Da draußen gibt es nichts mehr, nicht mal eine Lokalredaktion. „Keen Aas weeß, det hier noch wat lebt – und denn kommen wir: die Stimmen aus dem staubtrockenen, winddurchwehten Brandenburger Nichts.“
Doch bevor sie ihre Stimmen erheben, lächeln sie „wie geistesgestört“ (Regieanweisung) ins Brandenburger Nichts. Also erst Hannes. Und zwar so, dass Ralle sich Sorgen macht: „Wat jetzt? Schlaganfall?“ – „Ick lächele mir ein. Warm-up-Smiling. Det is dann in der Stimme zu hören.“
Johannes Ackermann und Ralf Paschke gehen gleich live auf Sendung. Die beiden sind zwischen Ende 40 und Mitte 50 und die Helden aus der RBB-Fernsehserie „Warten auf’n Bus“ des Berliner Dramatikers Oliver Bukowski. Die beiden sind langzeitarbeitslos und verschwatzt, und mit dem Titel ist eigentlich auch schon alles über die Handlung der beiden Staffeln gesagt. Ach ja, ab und zu kommt der Bus, gefahren von Kathrin (bisschen jünger, beruflich deutlich erfolgreicher), das sind die Highlights des Geschehens.
Theater
Wer Arbeitslose aus dem Osten zensiert: „Warten auf’n Bus“ im Berliner Ensemble
Max Hopp inszeniert zwei neue Folgen von Oliver Bukowskis RBB-Serie für die Bühne. Hannes und Ralle podcasten, bis die Nichte Kotz-Emojis schickt. Die Kritik.
5 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Ralle und Hannes (Gabriel Schneider, Peter Moltzen, v.l.) in „Warten auf’n Bus“, der im Berliner Ensemble nicht kommt.
© Moritz Haase
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*