In Afghanistan herrschen wieder die Taliban, zwanzig Jahre nachdem die USA mit ihren Nato-Alliierten infolge der Anschläge vom 11. September militärisch intervenierten, weil die Taliban den Drahtzieher der Anschläge, den Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden, beherbergten. Speziell für diejenigen Afghaninnen und Afghanen, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten als unsere Partner und Verbündete für Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte eingesetzt haben, ist das eine tragische und dramatische Entwicklung. Sie fühlen sich verraten und verkauft. Zudem wurden diese Werte selbst herabgewürdigt, dadurch, dass der Westen sie offensichtlich von heute auf und morgen nicht mehr für verteidigungswürdig hielt. Hat der Westen, haben die USA in Afghanistan eigentlich eine Niederlage erlitten? Oder ist uns schlichtweg der Atem ausgegangen?
9/11-Spezial
Was Afghanistan jetzt am dringendsten braucht
Unsere Gastautorin, promovierte Orientalistin, zieht nach 20 Jahren Militärintervention am Hindukusch eine Bilanz, die sich zwischen Bangen und Hoffen bewegt.
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Auf dieser Wand in Kabul sind die Macher des Doha-Abkommens zu sehen, das zum Abzug der US-Truppen aus Afghanistan führte: Zalmay Khalilzad, Gesandter aus Washington, und Mullah Abdul Ghani Baradar, Mitbegründer der Taliban, jetzt Stellvertreter des Chefs der Interimsregierung.
© dpa/Rahmat Gul
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