Kommentar

Was für ein peinlicher Typ: Das Lachen des Armin Laschet

Kanzlerkandidat Armin Laschet scherzte während einer Beileidsbekundung des Bundespräsidenten in Erftstadt. Dafür entschuldigte er sich: Reicht das?

Christian Schlüter
Christian Schlüter
2 Min
Der CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Armin Laschet im Katastrophengebiet.

Der CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Armin Laschet im Katastrophengebiet.

© AFP/Marius Becker

Offenbart Laschets Lachen die allfällige, zynische Politikershow?

Tatsächlich zieht sich unser politisches Spitzenpersonal derzeit die Gummistiefel an, um bei der Überschwemmungsshow möglichst gut auszusehen: Wir kümmern uns, wir helfen, wir trösten, wir machen … Der Einwand ist hier sehr naheliegend, dass sich die Mächtigen vor Ort zwar wichtig machen und vielleicht auch den verstörten Menschen etwas Halt geben mögen, aber das unfassbare Leid doch lieber von ihrem Schreibtisch aus und mit ihrem Behördenapparat effizient bekämpfen sollten. Denn: Nicht auf Worte kommt es an, sondern auf die Taten. Vor diesem Hintergrund scheint Laschets Lachen das Vorurteil gegen die Politiker zu bestätigen: alles zynisches Pack.

Rechnen wir also mit dem Schlimmsten. Dennoch sollten wir zumindest in Erwägung ziehen, dass sich Laschet und die anderen Spaßvögel angesichts der Katastrophe an jenem Samstag vielleicht auch nur etwas Erleichterung verschafft haben. Das wäre durchaus menschlich. Verdruss bereite dagegen Laschets Einlassung, er bedaure den durch eine „Gesprächssituation entstandenen Eindruck“. Echt jetzt, nur den Eindruck? Also den Patzer in der Überschwemmungsshow? Hier der Tipp an den Politiker: Vielleicht einfach mal die Klappe halten.

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