Rufer

Was sagt uns dieses Megafon auf Beinen am Potsdamer Brauhausberg?

Am Kunsthaus Minsk ruft William Kentridge die Stadt und den Erdkreis zur sinnvollen Kommunikation auf. Was können wir aus seiner Kunst lernen?

4 Min
Eine Tonne Bronze: William Kentridges „Apron“, der in die Welt ruft

Eine Tonne Bronze: William Kentridges „Apron“, der in die Welt ruft

© Dauerleihgabe des Künstlers an die Hasso Plattner Foundation/Minsk

Von welchem Einsatz kommt der Kerl? Von einer Demo? Einer Straßenschlacht? Vom Wahlkampf? Aus einem Stadion?

Kopf und Oberkörper bilden einen riesigen metallenen Trichter. Unterkörper und Beine gleichen denen eines Menschen. „Apron“, so heißt der surreale Typ, den der Südafrikaner William Kentridge formte, scheint etwas hinunterzurufen in die Stadt, hin zu deren Mitte: dem Schloss des Landtags, der Nikolaikirche, den Museen, gerade dem Barberini, auf dessen zur Havel ausgerichteter Terrasse Wolfgang Mattheuers „Der Jahrhundertschritt“ deutsche und Weltgeschichte in Bronze gerinnen ließ: Militärstiefel und Sieg-Heil-Gruß;  Welt-Kriege, Hass, Gewalt, Macht und Machtlosigkeit.

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