Es stellt sich die Frage, warum manche Politiker, Kommentatoren und andere Beobachter so heftig reagieren, wenn Claus Weselsky die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mal wieder zum Streik aufruft. Sicher, man muss den Eisenbahner aus Sachsen nicht mögen. Vielleicht stimmt es ja, dass er seine Gewerkschaft autoritär führt und dass er ein großes Ego hat. Aber als Gewerkschaftschef tut er, was Gewerkschaftsmitglieder, die immerhin ein Prozent ihres Lohns als Beitrag zahlen, mit Fug und Recht erwarten können. Weselsky trumpft mit markigen Worten und Forderungen auf – das ist nun mal sein Job, seine Stellenbeschreibung. Wenn dies überrascht als etwas Ungewöhnliches kritisiert wird, wirft das ein Schlaglicht darauf, wie mächtig der Konsens in Deutschland mittlerweile ist, dass sich alles der Logik der Wirtschaft unterzuordnen hat.
Kommentar
Was soll die Aufregung? Claus Weselsky macht seinen Job, mehr nicht
Im Verkehr ist die Deutsche Bahn ein Randphänomen. Trotzdem schlagen die Wellen hoch, wenn die GDL zum Streik aufruft. Woran liegt das?
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Man muss ihn nicht mögen. Aber Claus Weselsky erfüllt die Ansprüche zahlender GDL-Mitglieder.
© Berliner Zeitung/Gerd Engelsmann
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