Ostsee-Buckelwal

Was verraten die Ortungsdaten von Wal „Timmy“? Backhaus stellt Erkenntnisse vor

Nach der Rettungsaktion und dem Tod des Wals „Timmy“ liegen die Auswertungen der Satellitendaten vor. Sie sollen am Freitag in Schwerin vorgestellt werden.

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Der tote Wal liegt aufgebläht vor der dänischen Insel Anholt.

Der tote Wal liegt aufgebläht vor der dänischen Insel Anholt.

© Marcus Golejewski/dpa

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat angekündigt, dass Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Freitag in Schwerin die Auswertung der Ortungsdaten des Buckelwals „Timmy“ vorstellen wird. Wie das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt mitteilte, ermöglichen die Daten erstmals einen Blick auf die Bewegungen des Tieres nach seiner Freisetzung am 2. Mai 2026. Im Mittelpunkt der Pressekonferenz stünden zudem die Einordnung der bisherigen Untersuchungsergebnisse.

Der Buckelwal war ab Ende März mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet. Eine private Initiative hatte das geschwächte Tier Ende April mit einem Lastschiff in Richtung Nordsee gebracht und dort ausgesetzt. Dabei wurde ein Satellitensender angebracht. Nach dem Tod des Wals wurde der Tracker am Kadaver vor der dänischen Insel Anholt entdeckt.

Obduktion lässt Fragen offen – Streit um Herausgabe der Daten

Die Obduktion auf der Insel Anholt hatte ergeben, dass es sich bei „Timmy“ um ein Weibchen handelte. Die Todesursache blieb laut den beteiligten Fachleuten ungeklärt. Verletzungen oder Netze im Maul und Magen wurden nicht gefunden. Die Auswertung der Daten des Peilsenders könnte daher entscheidende zusätzliche Erkenntnisse liefern. Teile des Wals werden in Dänemark unter anderem zu Biodiesel verarbeitet. Einzelne Knochen kommen zudem ins Naturhistorische Museum in Kopenhagen.

Infolge der teils in der Kritik stehenden Rettungsaktion war es zunächst zum Streit zwischen dem Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern und den Organisatoren der Rettungsaktion gekommen. Anfang Mai hatte das Ministerium rechtliche Schritte gegen die Initiative angekündigt, sollte diese die Trackerdaten nicht herausgeben. Der Sender und die Rohdaten stehen im Eigentum der Initiative. In einer Vereinbarung mit dem Ministerium wurde nach Angaben von Backhaus jedoch ein vollständiger Zugriff des Landes auf die Daten geregelt.

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Backhaus hatte vergangene Woche erklärt, der Fall habe deutlich gemacht, dass Deutschland auf derartige Situationen nicht ausreichend vorbereitet sei. Es brauche klarere Zuständigkeiten, abgestimmte Verfahren und ein dauerhaft verfügbares Expertennetzwerk. Die Entscheidung, den Versuch der Rettungsinitiative zu gestatten, verteidigte der Umweltminister vergangene Woche angesichts der Ausnahmesituation. Niemand habe leichtfertig gehandelt.

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