Walther Rathenau, Max Reinhardt und Gerhart Hauptmann waren hier zu Gast und Bismarcks Mutter verlebte einige Jahre ihrer Kindheit im Gutshaus Neukladow. Dennoch ist das kleine Schloss im Bezirk Spandau nahezu unbekannt. Der ehemalige klösterliche Betrieb kam 1799 in den Besitz von Ludwig Mencken, Kabinettsrat von König Friedrich Wilhelm III. Mencken veranlasste den Bau des Schlösschens - wahrscheinlich nach Entwürfen von David Gilly, einem Lehrer Schinkels.Im Laufe der Zeit wechselte das Gut mehrfach den Besitzer, seit 1929 gehört es der Stadt Berlin. Wegen seiner Nähe zum Gatower Militärflugplatz übernahm es 1935 die Wehrmacht; aus dieser Zeit stammen einige Baracken im Park. Nach Kriegsende bezog die Arbeiterwohlfahrt das Gebäude. Im Giebel brachte sie ihr Logo an: Ein rotes Herz aus Neonröhren, das weithin sichtbar über die Havel strahlte.Seit einigen Jahren steht das architektonische Juwel leer. Die Fenster sind mit Brettern vernagelt, gelegentlich schaut ein Wachschutzdienst nach dem Rechten. Das Land Berlin als Eigentümer sucht nach einer Nutzung, die den öffentlichen Zugang zum Schlosspark weiterhin ermöglicht. Pläne, hier eine Privatsammlung historischer Musikinstrumente auszustellen haben sich vor einigen Jahren zerschlagen. (rfd.)Neukladower Allee 12, Spandau, Park durchgehend geöffnet, Anfahrt: Bus X 34, Station Neukladower Allee.
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