Rindfleisch, Knoblauch und eine feine Tomatennote – Zutaten, die man sonst nur in einem knusprigen Fladenbrot und nicht in einer sprudelnden Wasserflasche erwartet. Doch genau das wurde am 7. Oktober im Dönerladen Kebap with Attitude (KWA) serviert. Die europäische Mobilitäts- und Lieferplattform Bolt hatte zum „Bolt Kebab Water Rave“ geladen.
Bei Musik von DJ Soulspy, entspannter Stimmung und ganz ohne Alkohol probierten sich die Gäste durch eines der derzeit wohl ungewöhnlichsten Getränke der Hauptstadt. Die Reaktionen beim Erstkontakt mit dem salzigen Funktionsdrink: sowohl lachende Gesichter als auch verzogene Grimassen.
Was auf den ersten Blick wie ein PR-Gimmick wirkt, hat einen lang erforschten Kern aus Geschmackswissenschaft und Datenanalyse. Ausgangspunkt war eine Auswertung der eigenen Plattformdaten: 2025 fielen 61 Prozent aller Döner-Bestellungen bei Bolt Food in die späten Abend- und frühen Morgenstunden zwischen 22 und 7 Uhr. Die eigentliche Erkenntnis der Macher lag jedoch in dem, was nicht bestellt wurde – Getränke.
Ein salziger Schluck vom Döner-Wasser
© Stephanie Steinkopf/Ostkreuz
Von Estland in die „Hauptstadt des Döners“
„61 Prozent aller Dönerbestellungen im Jahr 2025 wurden zwischen 22 Uhr und 7 Uhr aufgegeben, wobei die Bestellungen am späten Abend und in den frühen Morgenstunden ihren Höhepunkt erreichen“, sagt Sandra Bergström. Die 37-jährige Marketing-Managerin ist bei Bolt für Deutschland und die Schweiz zuständig. Um die Lücke zu schließen, entwickelte Bolt Food gemeinsam mit Dr. Kristel Vene, Aroma-Wissenschaftlerin an der Technischen Universität Tallinn (TalTech), das „Kebab Water“.
Nordisches Quellwasser wurde dafür mit essenziellen Mineralien wie Zink, Magnesium, Kalium und Natrium angereichert, um den durch Alkohol gestörten Elektrolythaushalt wieder auszugleichen. Weil der Körper nach einer durchfeierten Nacht jedoch nicht nur nach Wasser, sondern vor allem nach Herzhaftem verlangt, wurde dem Drink das typische Kebab-Aroma beigemischt.
Nach ersten Testreihen in Tallinn lag die Überlegung nahe, das Getränk nach Deutschland zu bringen: „Berlin ist die Hauptstadt des Döners und besitzt ein einzigartiges Nachtleben. Wo sonst sollte dieser Drink hinpassen?“, sagt Bergström. Schon bei der Erstvergabe in Estland seien die Reaktionen gespalten gewesen – zwischen Begeisterung für die Innovation und Erstaunen über die flüssige Döner-Form.
Nach Mustafa’s Wachs-Döner: Was kann Berlin Madame Tussauds noch bieten?
„Sober Raves“ und die „Not At Home Campaign“
Dass das Event in Berlin als „Sober Rave“ – also als alkoholfreie Party – organisiert wurde, passte für die Veranstalter perfekt zum Zeitgeist. Die Berliner Szene feiert das Format seit Monaten: Feiern mit voller Energie, guter Musik, aber ohne Rausch und Kater am nächsten Morgen.
Das Event ist Teil der globalen Initiative „Not At Home Campaign“ von Bolt. Das erklärte Ziel der Kampagne ist es, Menschen aus ihren eigenen vier Wänden herauszuholen und das urbane Leben auf den Straßen abends und nachts aktiv zu erleben. „Wir wollen die Menschen dazu bringen, die Stadt wieder neu zu entdecken. Und wenn sie nach einem Abend unterwegs nach Hause müssen, nutzen sie unsere Fahrzeuge“, fasst Bergström den Hintergedanken zusammen.
Viel Werbung gab es im Vorfeld nicht. Da die Auflage des „Kebab Water“ stark limitiert ist, setzte Bolt auf gezielte Social-Media-Aktionen, Mundpropaganda unter Kunden und ausgewählte Einladungen an Presse und Influencer. Ob es künftig noch weitere Flaschen des flüssigen Döners geben wird, lässt das Unternehmen bislang offen – das hängt von der Resonanz bei den Berlinerinnen und Berlinern ab.
„Wir wollen nicht teurer werden!“ Bolt protestiert mit Gratis-Döner gegen Preisdiktat
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]