In der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ vom Montagabend hat der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber Kritik am Parteikollegen und Ministerpräsidenten von Bayern, Markus Söder, geäußert. Er ließ in der Sendung offen, ob Söder erneut als Spitzenkandidat der CSU in die Landtagswahl 2028 ziehen soll.
Auf die Frage von Moderator Markus Lanz, ob Söder „der gesetzte Spitzenkandidat“ sei, antwortete Weber: „Es ist nicht meine Entscheidung. Es ist die Entscheidung der Landtagsfraktion“. Für ihn sei Söder „amtierender Parteivorsitzender“.
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Söder: Weber weicht Fragen von Lanz aus
Weber äußerte sich auch zum Auftreten Söders in sozialen Medien. Dessen Beiträge etwa zu Döner-Essen seien „eines Ministerpräsidenten dann auf die Dauer nicht würdig“ gewesen, sagte der CSU-Vize. Söder habe diese Posts inzwischen eingestellt. Zugleich betonte Weber, Söder sei „führungsstark“ und „irre fleißig“.
Hintergrund ist ein fünfseitiger „Pfingstbrief“ Webers an rund 600 CSU-Funktionsträger, in dem er nach Verlusten bei den jüngsten Kommunalwahlen in Bayern vor einer Politik warnte, die auf schnelle Schlagzeilen statt auf Inhalte setze. Es dürfe „kein ‚Weiter so‘“ geben, sagte Weber in der Sendung. ZDF-Korrespondent Ulf Röller wertete den Brief als gezielten Angriff auf Söder: „Inhaltsfragen sind Machtfragen“.
Doch Lanz hakte immer wieder bei Weber nac: „Ist er noch der richtige Chef?“ Der CSU-Vize bremste: „Wenn man jede inhaltliche, programmatische Debatte sofort mit einer Personaldebatte (...) zumacht, dann ist es natürlich schwierig.“
Doch Lanz ließ nicht locker: „Ist er für Sie der gesetzte Spitzenkandidat?“ Weber sagte, Söder habe „ja noch nicht einmal von der Landtagsfraktion ein Mandat“. Als Lanz schließlich fragte: „Was ist so richtig gut an Markus Söder?“, antwortete der CSU-Politiker sachlich: „Markus Söder ist führungsstark, er setzt in Berlin Themen durch.“ Lanz fragte deshalb unbeirrt weiter: „Ist Söder auserzählt?“ Weber blockte hingegen ab: „Ich will über die Substanz reden“.
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