Der weltgrößte Fast-Food-Konzern passt sein Sortiment an eine Kundschaft an, die dank Medikamenten weniger Hunger hat. Wie das Nachrichtenportal T-Online unter Berufung auf den US-Wirtschaftssender CNBC berichtet, hat McDonald’s in der vergangenen Woche eine neue Konzernstrategie präsentiert. Ziel sei es, bis zum Ende des Jahrzehnts wieder mehr Besucher in die Filialen zu holen.
Konkret plant die Kette nach diesen Angaben Gerichte, die weniger Kalorien und mehr Eiweiß enthalten sollen. Dazu zählen Bowls, Wraps, Sandwiches mit gegrilltem Hähnchen und kleine Snacks aus Ei. Zudem will McDonald’s die Größe der Portionen überarbeiten. Hintergrund ist ein Wandel der Essgewohnheiten in den Vereinigten Staaten: Immer mehr Menschen greifen zu kleineren Mahlzeiten und eiweißreicher Kost.
Ozempic, Mounjaro und Co.: Patienten werden schneller satt
Treiber dieser Entwicklung sind sogenannte GLP-1-Präparate wie Ozempic. Die verschreibungspflichtigen Mittel ahmen ein körpereigenes Darmhormon nach, senken den Blutzucker und lassen Patienten schneller satt werden. Laut T-Online wenden allein in den USA rund 30 Millionen Menschen solche Medikamente an. Viele von ihnen setzen gezielt auf Proteine, weil sie beim raschen Gewichtsverlust sonst Muskelmasse einbüßen können.
Die Umstellung lässt sich der Konzern einiges kosten. Bis 2036 sollen nach dem Bericht insgesamt etwa 8,5 Milliarden US-Dollar fließen, rund fünf Milliarden davon schon bis 2030. Ein Teil des Geldes ist allerdings nicht für das Menü bestimmt, sondern für Künstliche Intelligenz und den Umbau von Restaurants.
Konzernchef Chris Kempczinski gibt sich im Gespräch mit CNBC gelassen. Auch Menschen, die GLP-1-Mittel nehmen, hätten nach wie vor Appetit auf McDonald’s, sagte er dem Sender. Der Konzern müsse sich deshalb keine neue Zielgruppe erschließen, sondern lediglich auf veränderte Essgewohnheiten reagieren.
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