Wegen des heißen Wetters öffnen zahlreiche Schwimmbäder länger als bisher geplant

Baden bis die Sonne untergeht

Eva Dorothée Schmid
4 Min

Seit Tagen herrschen in Berlin hochsommerliche Temperaturen, selbst am Abend zeigt das Thermometer noch über 20 Grad und bis mindestens Sonntag soll das auch so bleiben. Da ist die Sehnsucht nach Wasser nach Feierabend groß, vor allem bei jenen, die den ganzen Tag über in stickigen Büros arbeiten.Die Berliner Bäderbetriebe haben auf die Hitze reagiert und ihre Öffnungszeiten in einzelnen Bädern ausgeweitet, so dass auch Berufstätige noch schwimmen gehen können. Seit gestern öffnen das Kombibad Mariendorf, das Sommerbad am Insulaner sowie das Kombibad Spandau Süd, wenn es warm ist und der Andrang entsprechend groß ist, eine Stunde länger, bis 21 Uhr. Das Sommerbad Mariendorf sowie das Strandbad Wannsee öffnen statt bis 19 Uhr bis um 20 Uhr. Am Wochenende kann man in Berlins größtem Strandbad am Wannsee sogar bis 21 Uhr baden. Im Sommerbad Pankow und im Sommerbad Spucki in Lichterfelde dagegen gibt es keine Verlängerung. "Da gibt es sofort Ärger mit den Anwohnern wegen des Lärms", sagt Bäder-Chef Klaus Lipinski. Den fürchtet er auch in den Kombibädern Mariendorf und Spandau, "aber wenn es uns untersagt wird, haben wir es wenigstens versucht." In anderen Bädern lasse es die Personalsituation nicht zu, länger aufzumachen.Die neuen Öffnungszeiten gelten allerdings nur, solange es heiß ist. "Wir haben dadurch mehr Kosten, aber nicht mehr Einnahmen, weil die Leute einfach länger bleiben", sagt Lipinski. Bereits vor zwei Jahren habe man die Öffnungszeiten verlängert und dabei festgestellt, dass dadurch nicht mehr Besucher kommen. "Wir machen das als Service für unsere Kunden", so der Bäder-Chef.Auch die privaten Sommerbad-Betreiber haben ihre Öffnungszeiten verlängert. Wenn abends noch viel los ist, dann lassen die Pächter des Freibads Orankesee in Hohenschönhausen die Gäste noch eine halbe Stunde länger als sonst baden, nämlich bis 19.30 Uhr. Auch das Seebad Friedrichshagen richtet sich nach der Nachfrage. Regulär ist bis 20 Uhr geöffnet, bei großem Andrang länger. Am Sonnabend war beispielsweise bis 21.30 Uhr auf. Das Strandbad Müggelsee will zumindest am Freitag und Sonnabend länger, nämlich bis 21.30 Uhr, öffnen. In der Woche habe das keinen Sinn, weil die letzte Straßenbahn dort um 20.45 Uhr fahre, heißt es im Bad.Schon vor der Arbeit kann man dagegen im Freibad Lübars ins Wasser springen. Geöffnet wird statt um 9 Uhr bereits zwischen 8 und 8.30 Uhr.Dass der Bedarf nach noch längeren Öffnungszeiten durchaus da ist, zeigen die drei Bäder, bei denen gilt, geschlossen wird erst, wenn keiner mehr da ist. Im Freibad Wendenschloss planschten am Montagabend bis 22 Uhr Gäste, im Freibad am Weißen See war nach Angaben der Betreiber sogar bis 2 Uhr nachts noch was los. Allerdings gibt es dort eine Bar. Und im Badeschiff in Treptow ist mindestens bis Mitternacht was los, so eine Mitarbeiterin.Eines der Berliner Freibäder hat noch nicht geöffnet: Das Sommerbad Humboldthain, das eigentlich seit Sonnabend geöffnet sein sollte, wird voraussichtlich erst am Wochenende aufmachen, weil dort nach Sanierungsarbeiten in einem Kaltwasserstrang eines Waschbeckens in der Damenumkleide Legionellen gefunden wurden.------------------------------Prima WasserOpen End: So lange man will, kann man abends in drei Berliner Bädern schwimmen, die alle privat betrieben werden: Im Freibad Wendenschloss (Eintritt 2,50, erm. 2 Euro, Möllhausenufer 30, Köpenick), im Badeschiff (3, erm. 1,50 Euro, Eichenstraße 4, Treptow) sowie im Freibad am Weißen See, dort allerdings ohne Aufsicht (Eintritt ab 19 Uhr frei, Seeweg, Weißensee).Badestellen: Eine Alternative zu den Freibädern sind Badestellen entlang der Dahme, Havel und Spree. Dort muss man Verpflegung selbst mitbringen und es gibt keine Aufsicht. Dafür zahlt man weder Eintritt noch gibt es Schließzeiten.Verkehrsgünstige Lage: Schöne Strände findet man zum Beispiel am Flughafensee. (Anfahrt U 6 bis Otisstraße, dann noch 300 Meter zu Fuß, Betzdorfer Pfad.) Ebenfalls verkehrsgünstig liegen die Badestellen Am Schlachtensee 1 (S-Bahn Schlachtensee) sowie an der Fischerhüttenstraße 141 an der Krummen Lanke (U 3 Krumme Lanke).In der Nähe vom Strandbad: Südlich des Strandbads Tegeler See gibt es eine Badestelle, auf die man ausweichen kann, wenn das Strandbad abends um 19.30 Uhr schließt. Sie liegt direkt gegenüber der Insel Scharfenberg, in der Nähe des Fähranlegers.Die Wasserqualität: Ist laut Landesamt für Gesundheit und Soziales zurzeit überall gut bis hervorragend. Die Wassertemperatur liegt zwischen 19 und 22 Grad.Eine Übersicht über alle offiziellen Badestellen gibt's unterwww.berlin.de/badegewaesser------------------------------Foto: Kopfüber ins kühle Nass: Seit gestern geht das in einigen Bädern länger als bisher.

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