Weihnachten gibt uns Hoffnung

Weihbischof Wolfgang Weider
2 Min

Es sind nicht die Mächtigen, die sich an der Krippe Jesu versammeln, nicht die VIP s mit den privilegierten Plätzen. Die ersten Zeugen des neugeborenen Messias sind die Hirten auf dem Feld. Das Lukasevangelium berichtet von der Botschaft, die sie mitten in der Nacht ereicht und auf den Weg bringt, hin zu dem Kind. Gott kommt zu den Kleinen und Geringen, nicht zu den Großen und Angesehenen. Dies gilt es zu bedenken, wenn wir mitten in unserem Festtagstrubel die Nachrichten aus Venezuela und Tschetschenien hören, wenn uns vor den Kaufhäusern die Bettler ansprechen, wenn die Asylbewerber vor ihrer Abschiebung zittern und uns in den Krankenhäusern und Pflegeheimen ein Elend anspringt, das zu Weihnachten nicht zu passen scheint. Doch gerade diesen Menschen gilt das Kommen des Erlösers.Die Satten und Wohlhabenden vergessen allzu leicht, dass es zu Weihnachten um eine Rettungstat Gottes geht. Seit der Nacht von Bethlehem wird für alle deutlich: Gott steht auf der Seite der Menschen am Rande. Darum wird er geboren am Rande des römischen Weltreichs in Judäa, am Rand der Gesellschaft im Stall, am Rand des Tages in die Nacht. Aber wo Gott in unserer Welt lebt, wird der Rand zur Mitte und dort wird auch die Dunkelheit zum Licht. Darum brennen viele Lichter an diesem Fest. Das Licht der Geburtsgrotte von Bethlehem wurde in diesen Tagen in die Länder getragen, um dorthin Hoffnung und Orientierung zu bringen. Gott kommt wie ein kleines Licht, das in die Dunkelheit und Kälte Helligkeit und Wärme verbreitet. Das Ziel seines Kommens sind die Menschen, deren Lebenserfüllung sich nicht in Konsum und Genuss erschöpft. Wenn der Papst am Vorabend dieses Weihnachtsfeste die Heilige Pforte in der Peterskirche öffnet, will er damit Wege eröffnen für alle Menschen guten Willens, um Christus entgegen zu gehen im Heiligen Jahr. Er ist anzutreffen bei den Völkern und einzelnen Menschen in ihrer Schuld und Not. Nicht zuletzt wird dabei auch die Entlastung der hochverschuldeten Entwicklungsländer eine Aufgabe sein. Das Mühen der Menschen hat in 2000 Jahren die Erlösung noch nicht zu Ende gebracht. Christen wissen um ihre ständige Aufgabe im öffentlichen und privaten Bereich. Doch sie wissen auch, dass alles Ringen der Menschen um Erlösung Gott vollenden muss. Weihnachten gibt uns Hoffnung, dass er nicht nur einen Anfang, sondern auch ein Ende schenkt.

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