Im Weimarer Kulturschaufenster sind seit Sonntagnachmittag Bilder eines schwer an ME/CFS erkrankten Jugendlichen zu sehen. Der 14-jährige Leander Hallmann hat, ans Bett gefesselt und in einer Schallschutzbox lebend, angefangen zu zeichnen. Entstanden sind großformatige Tierzeichnungen, Porträts und Stillleben. Bis Ende des Monats werden die Werke gezeigt.
„Es ist ein Irrtum, dass die Toten tot sind“: Opern-Premiere in Weimar
Das Zeichnen habe sich Leander autodidaktisch beigebracht, Bücher hätten ihm beim Lernen geholfen, berichtete seine Mutter Lilli Hallmann. Für ihren Sohn sei die Kunst eine kleine Therapie und seit Jahren ein erstes Zeichen an die Außenwelt. Seit Ausbruch der Krankheit könne Leander keine Reize mehr ertragen. Kontakt halte er über Briefe.
Frischer Wind für alte Mauern: Deutsches Nationaltheater Weimar wird generalüberholt
Die Myalgische Enzephalomyelitis (ME/CFS) ist seit den 1960er-Jahren bekannt. Dennoch werde viel zu wenig geforscht, kritisierte Hallmann. Die Politik müsse endlich handeln und mehr Mittel bereitstellen. Studien zufolge litten 2024 rund 650.000 Menschen in Deutschland an dieser Neuroimmunerkrankung.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]