ME/CFS-Erkrankung

Weimar: Kulturschaufenster zeigt Kunst eines schwerkranken Jungen

Bettlägerig und ohne Reize: Ein 14-Jähriger mit ME/CFS verarbeitet seine Krankheit durch Zeichnen. Nun sind seine Werke in Weimar zu sehen.

OAZ
2 Min
Menschen mit der Krankheit CFS sind oft schon von Kleinigkeiten stark erschöpft und reagieren zum Beispiel empfindlich auf Geräusche. (Symbolbild: Eine Frau liegt auf einem Kissen mit Kopfhörern gegen Geräusche.)

Menschen mit der Krankheit CFS sind oft schon von Kleinigkeiten stark erschöpft und reagieren zum Beispiel empfindlich auf Geräusche. (Symbolbild: Eine Frau liegt auf einem Kissen mit Kopfhörern gegen Geräusche.)

© Mariana Friedrich/dpa

Im Weimarer Kulturschaufenster sind seit Sonntagnachmittag Bilder eines schwer an ME/CFS erkrankten Jugendlichen zu sehen. Der 14-jährige Leander Hallmann hat, ans Bett gefesselt und in einer Schallschutzbox lebend, angefangen zu zeichnen. Entstanden sind großformatige Tierzeichnungen, Porträts und Stillleben. Bis Ende des Monats werden die Werke gezeigt.

Das Zeichnen habe sich Leander autodidaktisch beigebracht, Bücher hätten ihm beim Lernen geholfen, berichtete seine Mutter Lilli Hallmann. Für ihren Sohn sei die Kunst eine kleine Therapie und seit Jahren ein erstes Zeichen an die Außenwelt. Seit Ausbruch der Krankheit könne Leander keine Reize mehr ertragen. Kontakt halte er über Briefe.

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Die Myalgische Enzephalomyelitis (ME/CFS) ist seit den 1960er-Jahren bekannt. Dennoch werde viel zu wenig geforscht, kritisierte Hallmann. Die Politik müsse endlich handeln und mehr Mittel bereitstellen. Studien zufolge litten 2024 rund 650.000 Menschen in Deutschland an dieser Neuroimmunerkrankung.

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