Das ist Lebensart: Man kann neue Autos feiern oder erfolgreiche Fußballmannschaften - Italiener feiern ihren Wein. Ganz konkret den neuen Jahrgang des Rotweines Tignanello. Das Edelgetränk stammt aus dem Jahr 2001, kommt aber erst jetzt auf den Markt, weil der Tignanello erst drei Jahre lang reifen muss. Auftakt der Feierlichkeiten in Berlin war am Mittwochnachmittag in der italienischen Botschaft am Tiergarten. Dort empfing Botschafter Silvio Fagiolo den Winzer des Tignanello, Marchese Piero Antinori, Besitzer von Gütern in der Toskana, in Ungarn und in den USA.Das Oberhaupt einer der ältesten Adelsdynastien (sie lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen) des Landes war für die Präsentation seines neuen Weines extra aus Florenz nach Berlin gekommen. Und Botschafter Fagiolo hatte sich Gedanken über den Zusammenhang zwischen Wein und Politik gemacht. "Der Wein hat auch zur Annäherung zwischen unseren beiden Ländern beigetragen." Denn immerhin steige der Verbrauch italienischer Weine in Deutschland stetig. Darauf musste dann natürlich auch angestoßen werden - mit einem Tignanello. Aber das war wie gesagt nur der Auftakt. Die eigentliche Weinparty fand dann Mittwochabend im noblen Restaurant Hugos im Hotel In- terconti statt. Und auch da ließen sich die engen Beziehungen zwischen Wein und Politik wieder feststellen. Innenminister Otto Schily war erschienen (kein Wunder als bekennender Toskana-Fan) und fast die gesamte FDP-Spitze: Parteichef Guido Westerwelle, Fraktionsvorsitzender Wolfgang Gerhardt und Generalsekretärin Cornelia Pieper. Eigentlich hat nur Bundeskanzler Gerhard Schröder gefehlt, der ja auch ein bekennender Italien-Afficionado ist. Offenbar wollte sich der Kanzler, so eine Vermutung an dem Abend, nicht mit einem Glas teuren Weins zeigen, während das Land gerade über die Streichung von Feiertagen debattiert. Sein Freund, der italienische Maler und Urlaubsquartiervermittler Bruno Bruni, hatte sich den Termin jedoch nicht nehmen lassen. Bruni beschenkte den Grafen Antinori mit einem Bild (es zeigt einen nach Weingenuss am Tisch zusammengesunkenen Herrn).Der Tignanello wurde übrigens aus Sechs-Liter-Flaschen ausgeschenkt, was den Kellnern einige Kraftanstrengung abverlangte. Zumal die Genießerrunde - darunter auch TV-Talkerin Sabine Chris- tiansen, Berlinale-Chef Dieter Kosslick, Stern-Vizechefredakteur Hans-Ulrich Jörges, Promi-Friseur Udo Walz, Moderatorin Barbara Schöneberger, Nachrichtensprecher Jens Riwa, Air-Berlin-Chef Joachim Hunold - mit dem 2001-Jahrgang außerordentlich zufrieden war und sich deshalb gern nachschenken ließ. Bleibt noch die Frage, was der gefeierte Tignanello - den es erst seit 30 Jahren gibt - ei-gentlich kostet? Zwischen 50 und 150 Euro sind für eine 0,7-Liter-Flasche zu zahlen, sagte Anton A. Rößner, Geschäftsführer der Hamburger Firma Weinland, die den Tropfen in Deutschland vertreibt. ----Ja, ja die gute alte Currywurst. Sie ist salonfähig geworden. Bei der Vattenfall Business Media Night in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt wurden die Würstchen jedenfalls als Begrüßungsimbiss vor dem offiziellen Büfett gereicht. Der drittgrößte Energiekonzern Deutschlands hatte jede Menge Prominenz in den prächtigen Kassensaal der früheren Preußischen Seehandlung eingeladen: Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, Wirtschaftssenator Harald Wolf, Stardirigent Daniel Barenboim, den ehemaligen US-Botschafter John Kornblum, Schauspieler Roman Knizka, Polylux-Moderatorin Tita von Hardenberg, Diplomatenclub-Chefin Manja Feilcke, ARD-Programmdirektor Hartmann von der Tann und Sabine Christiansen, die später zum Wein-Verkosten ging .------------------------------Foto: Zufrieden mit dem neuen Tignanello aus der Toskana: Bundesinnenminister Otto Schily und seine Gattin Linda Tatjana.------------------------------Foto: Wein- und Kanzlerfreund Bruno Bruni war zu Gast im Interconti.------------------------------Foto: In Party-Laune: Moderatorin Barbara Schöneberger.
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