Neymar weinte. Das passte zu diesem WM-Abend. Weniger passend war dagegen alles, was kurz zuvor passiert war. Der Brasilianer verwandelte in der Nachspielzeit den Elfmeter zum 1:2 gegen Norwegen. Es war sein 80. Tor für die Seleção, gleichzeitig das letzte seiner Nationalmannschaftskarriere.
Doch anstatt sich den Ball zu schnappen, Richtung Mittellinie zu sprinten und wenigstens noch die letzte Chance auf den Ausgleich zu erzwingen, hatte Neymar offenbar andere Prioritäten. Er diskutierte zunächst mit Norwegens Torwart Örjan Nyland, verpasste anschließend Martin Ødegaard noch einen Rempler. Erst danach ging es weiter.
Es waren nur wenige Sekunden. Doch sie passten erstaunlich gut zu einer Karriere, die sportlich außergewöhnlich war, deren Nachhall aber häufig von Nebengeräuschen überlagert wurde.
WM 2026
Weinen, treffen, nachtreten: Neymars peinliche letzte Sekunden im Seleção-Trikot
Brasilien fliegt raus, Neymar tritt ab – mit einer Szene, die sein Vermächtnis beschädigt. Ein Kommentar über einen gefallenen König.
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Unrühmlicher Abgang: Anstatt noch schnell in die eigene Hälfte zu laufen, suchte Neymar (l.) den „Austausch“ mit Norwegens Torwart Örjan Nyland.
© MB Media/Imago
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