In den Rechtsstreitigkeiten zwischen dem "Haus am Checkpoint Charlie" und ehemaligen Mitarbeitern des Museums gibt es ein erstes Gerichtsurteil. Wie jetzt bekannt wurde, wurde am vergangenen Montag der ehemalige Mitarbeiter Jürgen Quasdorff vor dem Amtsgericht Moabit vom Vorwurf der Unterschlagung freigesprochen. Quasdorff war vor einem Jahr wegen dieses Vorwurfs vom Leiter des Museums, Rainer Hildebrandt, fristlos gekündigt und angezeigt worden. Quasdorff wird dennoch nicht wieder eingestellt, da beide Parteien bereits im vergangenen Jahr einen Vergleich vor dem Arbeitsgericht geschlossen haben. "Im übrigen zieht mich dort auch nichts mehr hin", sagte Quasdorff der "Berliner Zeitung". Sein Mandant sei unschuldig, zu diesem Urteil seien in dem Strafverfahren nach einer umfangreichen Beweisaufnahme und drei Prozeßtagen sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Vorsitzende Richter gelangt, sagte Quasdorffs Anwalt, Gerd Eimers. Allerdings, räumte der Anwalt ein, habe der Richter in seiner Urteilsbegründung darauf hingewiesen, daß es insbesondere an der Kasse und bei den Abrechnungen des Museums "Durcheinander und Chaos" gegeben habe. Auf einem Video, das vom Museum als zentrales Beweisstück vorgelegt worden war, hätte man nicht erkennen können, daß Quasdorff während des Kassierens Geld aus der Kasse genommen habe. Bernd Krziscik, der Anwalt von Rainer Hildebrandt, sieht das anders. Er kündigte an, das Video öffentlich zu zeigen, "damit sich jeder selbst ein Blid machen kann".Ende des Monats steht ein weiterer Prozeß gegen eine ehemalige Mitarbeiterin an. Auch ihr wird von der Museumsleitung Unterschlagung vorgeworfen. Auch in diesem Fall gibt es ein Video, das den Vorwurf beweisen soll. Eimers rechnet mit einem ähnlichen Ausgang. Weitere Verfahren im Zusammenhang mit dem "Haus am Checkpoint Charlie" stehen noch aus; so haben einige ehemalige Mitarbeiter ihrerseits Strafanzeige gegen Hildebrandt und dessen Frau Alexandra wegen Nötigung und Verleumdung gestellt. (eik.)
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