In Deutschland sind im vergangenen Jahr nach vorläufigen Berechnungen rund 654.300 Kinder geboren worden. Das waren 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr mit 677.117 Geburten und der niedrigste Stand seit 1946, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Zugleich überstieg die Zahl der Sterbefälle mit rund 1,01 Millionen die der Geburten um 352.000 und erzeugt somit das größte Geburtendefizit der Nachkriegszeit.
Mecklenburg-Vorpommern Schlusslicht, Hamburg legt zu
Der Rückgang fiel in den östlichen Bundesländern mit 4,5 Prozent erneut deutlich stärker aus als im Westen mit 3,2 Prozent. Den stärksten Rückgang aller Bundesländer verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit minus 8,4 Prozent. Einziges Bundesland mit einem leichten Anstieg war Hamburg mit plus 0,5 Prozent. Für Berlin und Brandenburg bleiben die Zahlen laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zu 2024 ungefähr gleich mit leichtem Negativtrend.
Zur Begründung für den Rückgang auf das Niveau von vor 80 Jahren verwies die Behörde auf zwei Entwicklungen: Die zahlenmäßig kleinen Geburtsjahrgänge der 1990er Jahre erreichten nun das Alter von Anfang 30, in dem häufig die Entscheidung für Kinder falle. Hinzu komme die seit 2022 sinkende zusammengefasste Geburtenziffer.
Die Struktur der Geburten blieb 2025 stabil: 46,6 Prozent der Neugeborenen waren das erste Kind der Mutter, 34,8 Prozent das zweite und 18,6 Prozent das dritte oder ein weiteres Kind.
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Auch andere EU-Staaten betroffen
Nach vorläufigen Ergebnissen meldeten auch Frankreich, Österreich, Italien und Schweden einen Geburtenrückgang. In Spanien, den Niederlanden und Finnland zeichne sich hingegen eine Stabilisierung ab, teilte das Bundesamt mit.
Selbst unter günstigen Annahmen werde die Geburtenzahl in Deutschland künftig voraussichtlich unter dem Niveau des Jahres 2021 von rund 795.000 Kindern bleiben, erklärte die Behörde unter Verweis auf ihre Bevölkerungsvorausberechnung. Endgültige Ergebnisse sollen im Juli 2026 vorliegen.
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