Weltraummedizin

Wenn das Gehirn im Weltall versagt: Neurowissenschaftlerin aus Magdeburg ausgezeichnet

Wie bleibt das Gehirn von Astronauten unter Schwerelosigkeit leistungsfähig? Für ihre Arbeit an dieser Frage ist eine Magdeburger Forscherin nun ausgezeichnet worden.

OAZ
2 Min
Auch in der Schwerelosigkeit sollte das Gehirn von Astronauten langfristig leistungsfähig bleiben.

Auch in der Schwerelosigkeit sollte das Gehirn von Astronauten langfristig leistungsfähig bleiben.

© Nasa/IMAGO

ausgezeichnet worden.

Die Neurowissenschaftlerin Luisa Fricke vom Institut für Medizinische Psychologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erhält den Nachwuchsforschungspreis der Medizinischen Fakultät Magdeburg in der Kategorie „Biomedizinische Grundlagenforschung“, wie die Universitätsmedizin Magdeburg mitteilte. Die Auszeichnung ist mit 7.500 Euro dotiert.

Fricke untersucht, wie sich die geistige Leistungsfähigkeit von Astronauten unter Bedingungen der Schwerelosigkeit stabilisieren lässt. Im Mittelpunkt steht dabei die transkutane aurikuläre Vagusnervstimulation (taVNS), bei der der Vagusnerv über sanfte elektrische Impulse an der Ohrmuschel angeregt wird. Das Verfahren gilt als vielversprechender Ansatz, um Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Reaktionsfähigkeit zu unterstützen, hieß es.

„Studien zeigen, dass Schwerelosigkeit unmittelbare Auswirkungen auf Aufmerksamkeit, Entscheidungsfindung und feinmotorische Prozesse haben kann“, erklärte Fricke laut Mitteilung. Gerade bei Langzeitmissionen könne das ein sicherheitsrelevantes Risiko darstellen.

Tests fanden während Parabelflügen statt

Für ihre Experimente verlässt Fricke das Labor: Während wissenschaftlicher Parabelflüge, bei denen jeweils rund 20 Sekunden Schwerelosigkeit erzeugt werden, absolvieren Versuchspersonen Reaktions- und Gedächtnistests. Mobile EEG- und EKG-Systeme zeichnen dabei Hirnaktivität und Herz-Kreislauf-Funktionen auf.

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Das Projekt wird am Institut für Medizinische Psychologie unter der Leitung von Tino Zähle gemeinsam mit Christian Wienke umgesetzt. Unterstützt wird die Forschung nach Angaben der Universitätsmedizin durch internationale Kooperationen sowie durch die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Die Prodekanin für Nachwuchsentwicklung der Medizinischen Fakultät, Anne Albrecht, erklärte, Fricke verbinde neurowissenschaftliche Grundlagenforschung mit technologisch relevanten Fragestellungen. Solche interdisziplinären Ansätze zeigten, wie wichtig die gezielte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sei.

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