Lollapalooza

Lollapalooza Berlin an diesem Wochenende: Wenn der Beton zu tanzen beginnt

Das Lollapalooza verwandelt den Olympiapark in eine Musikstadt. Zehntausende kommen zu den Acts. Doch was macht dieses Festival so besonders für Berlin?

5 Min
Lolla, nachts.

Lolla, nachts.

© Maike Schultz

Es gibt diesen Moment kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht über dem Olympiapark golden wird und die ersten Basstöne über das weite Gelände rollen. Zehntausende Menschen stehen dann Schulter an Schulter, die Hände in der Luft, während ein Beat aufsteigt, der sich durch den ganzen Körper arbeitet.

Genau dieser Augenblick ist es, für den Menschen aus ganz Europa nach Berlin reisen. Am kommenden Wochenende, dem 18. und 19. Juli, ist es wieder so weit: Das Lollapalooza Berlin presented by essence öffnet seine Tore.

Von einer Abschiedstour zur Weltmarke

Die Geschichte dieses Festivals beginnt weit weg von der Spree – im Amerika der frühen Neunziger. 1991 rief Perry Farrell, Sänger der Band Jane's Addiction, das Lollapalooza ins Leben. Ursprünglich als Abschiedstour seiner Band gedacht, wurde daraus schnell etwas Größeres: ein wanderndes Festival, das alternative Musik mit Kunst und Kultur verband und dem Zeitgeist einer ganzen Generation eine Bühne gab.

Was in den USA begann, eroberte bald die Welt. Über Stationen wie Chile und Brasilien fand das Lollapalooza schließlich den Weg nach Europa – und Berlin wurde zu einem seiner zentralen Standorte. Kein Zufall: Kaum eine andere Stadt verkörpert so viel kreative Reibung, musikalische Vielfalt und internationale Ausstrahlung.

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Vom stillgelegten Flughafen ins Olympiastadion

2015 fand die erste Berliner Ausgabe statt, und der Ort hätte kaum symbolträchtiger gewählt sein können: das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Wo einst Flugzeuge starteten, versammelten sich nun Musikfans, KünstlerInnen und Neugierige aus aller Welt. Dieser Gründungsmoment sagt viel über den Charakter des Festivals aus – die Lust, ungewöhnliche Orte mit Leben zu füllen und Berliner Geschichte neu zu erzählen.

Seither hat sich das Festival gewandelt. Es zog weiter, unter anderem ins Olympiastadion und den umliegenden Olympiapark – zwei der markantesten Veranstaltungsorte der Hauptstadt. Aus einem reinen Konzertwochenende wuchs ein kulturelles Großereignis mit eigenen Erlebniswelten: dem „Grünen Kiez“, in dem Nachhaltigkeit greifbar wird, dem Fashionpalooza, in dem Fashion erlebbar gemacht wird, und das Kidzapalooza presented by Plan E Kids, wo Familien mit Kindern ihren eigenen Platz finden.

Warum Berlin dem Festival seinen eigenen Ton gibt

Man könnte einwenden: Ein amerikanisches Festival, veranstaltet von Live Nation als Lizenznehmer der internationalen Marke – wie berlinerisch kann das schon sein? Doch wer einmal dort war, weiß: Das Lollapalooza hat in Berlin eine eigene Handschrift entwickelt.

Das liegt an der Stadt selbst, die überall durchscheint. Viele Besucherinnen und Besucher verbinden das Wochenende mit einem Städtetrip – morgens ein Kaffee in einem Kreuzberger Café, ein Spaziergang durch die Kieze oder vorbei am Brandenburger Tor, und am Nachmittag Live-Musik im Olympiapark. Das Festival ist eingebettet in ein dichtes urbanes Gewebe, unterstützt durch die Betreiber der Sportanlagen und in enger Abstimmung mit den Berliner Behörden. Es ist kein städtisches Festival – aber eines, das ohne diese Stadt undenkbar wäre.

Musik ist nur der Anfang

Über mehrere Bühnen verteilt spielen internationale Namen aus Pop, Rock, Hip-Hop, Indie und Electronic – das Line-up für 2026 ist veröffentlicht, Day Split und Timetable stehen bereit, sodass sich der eigene Festivaltag planen lässt. Doch wer glaubt, es gehe nur um die Headliner, verkennt den Charakter des Lollapalooza Berlin.

Zwischen den Bühnen entfaltet sich eine eigene kleine Stadt: Kunstinstallationen, Lifestyle-Aktionen, Streetfood aus aller Welt, Mitmachbereiche zum Thema Nachhaltigkeit. Hier trifft der Techno-Fan auf die Familie mit Kinderwagen, der Foodie auf den Festivalveteranen. Genau diese Mischung macht den Reiz aus – man kann tanzen, staunen, essen und einfach durchatmen.

Praktisches für den Festivaltag

Anreise: Der Veranstalter empfiehlt ausdrücklich Bus und Bahn – das Lollapalooza Berlin versteht sich als weitgehend autofreie Veranstaltung, und der Olympiapark ist hervorragend an den ÖPNV angebunden. Ein entspannter Start in den Tag, ohne Parkplatzsuche.

Tickets: Erhältlich sind Tages- und Wochenendtickets sowie verschiedene Upgrade- und VIP-Kategorien – je nachdem, wie intensiv man das Festival erleben möchte.

Für Familien: Das Kidzapalooza presented by Plan E Kids macht das Festival auch für Eltern mit Kindern zu einem entspannten Erlebnis.

Tipp für einen gelungenen Tag: Früh anreisen, um das Gelände in Ruhe zu erkunden, feste Schuhe tragen, ausreichend trinken – und ruhig einmal einen Act besuchen, dessen Namen man vorher noch nie gehört hat. Die schönsten Festivalmomente sind oft die ungeplanten.

Ein Wochenende, das nachklingt

Am Ende ist das Lollapalooza Berlin presented by essence mehr als eine Aneinanderreihung von Konzerten. Es ist ein Wochenende, an dem eine ganze Stadt kurz den Atem anhält und dann gemeinsam ausatmet – zwischen dröhnenden Bässen, dampfenden Foodtrucks und dem letzten goldenen Licht über dem Olympiapark. Wer Musik liebt, wird hier glücklich. Wer Kunst, Kulinarik oder einfach eine besondere Atmosphäre sucht, ebenso.

Das nächste Wochenende hält also eine Einladung bereit. Man muss sie nur annehmen.

Die Berliner Zeitung ist Medienpartnerin des Lollapalooza Berlin.

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