Konzertbericht

Wenn die Musik zweitrangig wird: Massive Attack nutzt die Berliner Bühne für politischen Protest

Das Konzert in der Zitadelle Spandau war sicherlich keine Hitparade. Stattdessen nahm die Band ihre Fans mit auf eine Reise durch Krisen und Kriege. Und sie rief zum Widerstand auf.

Ben Bruinier
4 Min
Massive-Attack-Sänger Grant Marshall auf der Bühne (Archivbild)

Massive-Attack-Sänger Grant Marshall auf der Bühne (Archivbild)

© KEYSTONE

Es ist ein Moment purer Euphorie, als Deborah Millers Gesang zu „Unfinished Sympathy“ in den Berliner Nachthimmel schallt. Ein Song, der eine ganz besondere Stimmung erzeugt. Die schnellen Drums und die fast schon epische Synthesizer-Melodie bringen die Menge in Bewegung. Eine Welle der Ausgelassenheit schwappt durch die Zitadelle Spandau.

An diesem Sonntagabend, dem 7. Juni, ist es einer der wenigen sorglosen Momente – und das soll auch so sein. Der Fokus liegt keineswegs nur auf der Musik. Fast jeden Song begleitet ein politisches Narrativ. In Kombination mit einer verrückten Videoshow wird auf politische Unterdrückung und Ausbeutung aufmerksam gemacht.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*