Es gibt diesen Moment nach einem Verlust, in dem man begreift, dass das eigene Leben tatsächlich weitergehen muss. Nicht irgendwann, sondern sofort. Am nächsten Morgen wird es hell. Die Vögel zwitschern, Menschen gehen zur Arbeit, kaufen Kaffee, schimpfen über die verspätete Bahn.
Die Erde dreht sich weiter, als wäre nichts geschehen, obwohl die eigene Welt stehen geblieben ist. Man liegt wach und versteht nicht, wie beides gleichzeitig möglich sein soll. Dass irgendwo jemand über einen gelungenen Abend spricht, während man selbst nicht weiß, wie man die nächsten zehn Minuten übersteht.
Dass Menschen sich ärgern, warten zu müssen, während man alles dafür geben würde, noch einmal auf jemanden warten zu dürfen. Wenn jemand stirbt, sprechen wir über den Menschen, der gegangen ist. Über sein Leben, darüber, ob er leiden musste. Aber irgendwann sind die Karten geschrieben, die letzten Gäste nach Hause gegangen. Und dann?
Trauerphasen
Wenn ein geliebter Mensch stirbt: Was wird aus denen, die zurückbleiben?
Trauer ist ein sachliches Wort für eine ungeheure Zumutung. Über Schuld, Verlust und den Moment, in dem das eigene Leben langsam zurückkehrt. Eine Beobachtung.
9 Min
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Ein Ort des Abschieds und der Erinnerung an jene, die fehlen.
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