Technik

Wenn Roboter die Spülmaschine ausräumen: Trends der IFA 2026

Was landet als Nächstes in unseren Wohnzimmern? Eine Woche vor Beginn der IFA zeigen wir Ihnen, womit die Hersteller unseren Alltag verbessern wollen.

Martin Eisenlauer
10 Min
Soll durch die Wohnung fahren, Gegenstände greifen und den Tisch abräumen: der Neura Robotics MiPA

Soll durch die Wohnung fahren, Gegenstände greifen und den Tisch abräumen: der Neura Robotics MiPA

© Neura Robotics

„The future is now“ – die Zukunft ist jetzt: Für eine Veranstaltung, die bereits vor über 100 Jahren als Große Deutsche Funkausstellung begann und deren drei Buchstaben heute für „Innovation for All“ stehen, ist das Motto der diesjährigen IFA ziemlich modern.

Vom 4. bis 8. September füllt die älteste Elektronikmesse der Welt wieder 27 Hallen auf dem Berliner Messegelände – eröffnet von Digitalminister Karsten Wildberger.

Zwei Dinge sind in diesem Jahr besonders bemerkenswert. Erstens: Die wirklich großen Premieren finden woanders statt. Samsung ist zwar in Berlin vertreten, zeigt seine Neuheiten aber nicht auf der Messe selbst, sondern im Humboldt Carré. Sein wichtigstes Herbst-Smartphone präsentierte der Hersteller eine Woche vor der Messe im Livestream. Und Google stellt seine neuen Notebooks erst Mitte September in New York vor. Dafür sind aber zum ersten Mal Xiaomi, Volkswagen und der chinesische Autobauer XPENG mit großen Ständen auf der IFA.

Zweitens, und das könnte Ihren Geldbeutel betreffen: Hinter den Kulissen tobt die Speicherkrise. Laut dem Marktforscher IDC sind die Kosten für Speicherchips binnen eines Jahres um rund 300 Prozent gestiegen, bei günstigen Smartphones machen sie rund zwei Drittel der Materialkosten aus. Bisher hat sich noch kein Hersteller getraut, eine deutliche Preissteigerung anzukündigen. Doch wer ohnehin ein neues Gerät benötigt, sollte besser nicht allzu lange warten.

Und für alle, die es nicht aufs Messegelände schaffen, sich aber einen Überblick verschaffen wollen: Das sind die großen Trends der IFA 2026.

1. Roboter, die mitdenken

In Halle 25 wird die größte Schau von Robotern in menschlicher Gestalt der IFA-Geschichte gezeigt. Die Zahlen dahinter sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Der Marktforscher Counterpoint zählt fürs erste Halbjahr 2026 rund 20.000 ausgelieferte Menschmaschinen weltweit – ein Plus von fast 300 Prozent, wovon allerdings über 60 Prozent in Forschung, Ausbildung und Bühnenshows landen.

Vom Assistenten für die Wäsche, das Einräumen der Spülmaschine oder das Hinausbringen des Mülls sind wir auch 2026 noch weit entfernt. Wo Roboter längst arbeiten, ist hingegen auf dem Fußboden: 6,6 Millionen Saugroboter wurden weltweit allein im ersten Quartal verkauft, 29,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

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Dreame Cyber X (1199 Euro)

Dieser kleine Roboter wurde auf der IFA25 bereits angekündigt und soll nun bald in den Handel kommen. Er kann mit seinen vier Raupenband-Beinchen einen Saugroboter Treppen hoch- oder runtertragen. Wer jetzt eine Robo-Invasion fürchtet, kann sich damit beruhigen, dass der Cyber X nur mit einem einzigen Saugroboter kompatibel ist und pro Stufe rund 30 Sekunden benötigt. Und trotzdem schafft er mehr Autonomie für Saug-Wisch-Roboter, die bisher nur ein Stockwerk reinigen konnten.

Fazit: Meta-Alarm! Jetzt bekommen Roboter schon Hilfsroboter.

Stufe für Stufe: Durch hohe Geschwindigkeiten kann der Cyber X noch nicht glänzen.

Stufe für Stufe: Durch hohe Geschwindigkeiten kann der Cyber X noch nicht glänzen.

© Dreame

Neura Robotics MiPA (9999 Euro)

Die Maschine aus Metzingen ist der einzige Haushaltsroboter aus Deutschland: MiPA soll auf Rollen durch die Wohnung fahren, Gegenstände greifen, den Tisch abräumen und im Alltag helfen. Der Hersteller nennt inzwischen einen Einführungspreis von 9999 Euro, reservieren lässt sich MiPA bereits für 100 Euro. Einen Liefertermin gibt es aber noch nicht – nur den Hinweis, dass die Verfügbarkeit begrenzt sei.

Fazit: Ein Helfer auf Rädern, der den Haushalt erledigt – wenn er denn jemals kommt.

Soll durch die Wohnung fahren, Gegenstände greifen und den Tisch abräumen: der Neura Robotics MiPA

Soll durch die Wohnung fahren, Gegenstände greifen und den Tisch abräumen: der Neura Robotics MiPA

© Neura Robotics

Honor Robot Phone (rund 1400 Euro)

Dieses Handy ist fast schon eine Kamera. Auf Knopfdruck fährt aus dem Robot Phone eine 200-Megapixel-Kamera aus, die auf einem 4-Achsen-Stabilisator sitzt. Motoren können die Kamera mit KI-Unterstützung steuern, sodass sie Objekte selbständig im Sucher behält oder kreative Funktionen wie einen Spinshot automatisch macht. Das Smartphone wird aktuell nur in China verkauft – wann es nach Europa kommt, ist derzeit noch unklar.

Fazit: Verrückter, aber auch wertvoller Helfer für alle Content-Creator.

Das Robot Phone von Honor dürfte gerade für Influencende Gold wert sein.

Das Robot Phone von Honor dürfte gerade für Influencende Gold wert sein.

© Honor

2. Neue Farben für den Fernseher

Der Fernsehmarkt stagniert weltweit. In Deutschland schrumpfte er zuletzt um 6,3 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro. Die Hersteller antworten mit RGB-LED: Statt weißer Leuchtdioden sitzen hinter dem Bildschirm rote, grüne und blaue Chips, die einzeln angesteuert werden. Das bringt kräftigere Farben und mehr Helligkeit – ein sichtbarer Vorteil, vor allem in hellen Wohnzimmern.

Nur steht „RGB“ inzwischen auf fast allem: Zehn Marken werben damit und meinen damit teils sehr verschiedene Technologien. Doch egal, welche RGB-Technik drinsteckt, die Geräte sind noch rar – von knapp 200 Millionen Fernsehern dieses Jahres sind nur etwas über eine Million RGB-Modelle.

Und dann gibt es noch einen Trauerfall in der TV-Familie: Das super-hochauflösende Format 8K ist im Markt praktisch nicht mehr zu finden, die Hersteller präsentieren hier auch nichts Neues mehr.

Samsung Micro RGB R85H (ab 1300 Euro)

Bislang waren RGB-Fernseher etwas für Menschen mit sehr großen Wohnzimmern und noch größeren Geldbeuteln. Samsungs R85H bringt die Technik endlich in kleinere Bildschirmdiagonalen und macht sie bezahlbar: 55 Zoll kosten 1299 Euro, 65 Zoll 1599 Euro.

Neben brillanter Bildqualität bietet der TV auch noch spannende KI-Funktionen, zum Beispiel eine individuell einstellbare Lautstärke für Sprache und Hintergrundgeräusche oder dynamisch generierte Untertitel in mehreren Sprachen.

Fazit: RGB-Fernseher kommen jetzt in normale Haushalte.

Hurra! Endlich sind RGB-Fernseher nicht mehr nur etwas für Großverdienende.

Hurra! Endlich sind RGB-Fernseher nicht mehr nur etwas für Großverdienende.

© Samsung

Hisense 116UXS (Preis noch unbekannt)

Wenn die IFA ein Schaufenster für Technikträume ist, dann dürfte dieses Gerät ganz vorne stehen: 116 Zoll Bildschirmdiagonale, knapp vier Zentimeter dünn, ein eingebautes 6.2.2-Soundsystem vom Klang-Experten Devialet. Neben Rot, Grün und Blau kommt ein vierter Leuchtpixel in Cyan hinzu, was laut Hersteller kräftige Farben und extreme Helligkeit (5000 Nits) liefert.

Was der Riese kosten soll, verrät Hisense zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Der Vorgänger lag bei 24.999 Euro – und günstiger wird das neue Modell wohl auch nicht werden.

Fazit: Vor allem ein Schaustück – allein schon, weil den Fernseher niemand ins Wohnzimmer bringen wird.

Je kleiner, desto feiner? Von wegen! Der Hisense 116UXS  ist im Wohnzimmer nur schwer zu übersehen, wenn man ihn sich leisten kann.

Je kleiner, desto feiner? Von wegen! Der Hisense 116UXS ist im Wohnzimmer nur schwer zu übersehen, wenn man ihn sich leisten kann.

© Hisense

3. Das schlauere Zuhause

Rund 72,8 Millionen europäische Haushalte gelten als „smart“, also fast jeder dritte. Doch „smart“ heißt oft auch frustrierend: zu viele Apps, zu viele Systeme, die einander nicht verstehen.

Der Standard Matter sollte das schon seit Jahren lösen – nur läuft ein Großteil der Geräte immer noch auf den alten Versionen oder anderen Kommunikationsprotokollen. So kommen Fortschritte meist eher von einzelnen Herstellern in ihren eigenen Systemen.

Philips Hue Play Screen Sync (Preis noch unbekannt)

Wer schon immer seine smarten Lampen passend zum Fernsehbild leuchten lassen wollte, brauchte bisher eine zusätzliche Box zwischen Konsole und Fernseher – und schaute bei den TV-eigenen Streaming-Apps buchstäblich ins Schwarze. Der Play Screen Sync von Philips Hue setzt stattdessen eine kleine Kamera auf den Fernseher, die die Farbinformationen direkt vom Bildschirm abliest. Aber: Bislang ist das Gerät ein Gerücht, offiziell bestätigt hat der Hersteller Signify weder Produkt noch Preis noch Termin.

Fazit: Der klügste Einfall seit Jahren – sofern wir ihn auf der IFA sehen werden.

Der Philips Hue Play Screen Sync  soll die Wohnung zum Leuchten bringen – ist nur die Frage, wann.

Der Philips Hue Play Screen Sync soll die Wohnung zum Leuchten bringen – ist nur die Frage, wann.

© Philips Hue

AEG ErgoMini (Preis noch unbekannt)

Der Handstaubsauger wiegt gerade einmal 550 Gramm, trotzdem steckt eine Zyklontechnik darin, die fast alles aufsaugt. Eine LED zeigt, wo sich noch Krümel verstecken, und mit einer zusätzlichen Blasfunktion kann man Dreck und Staub aus Tastaturen und anderen engen Ritzen pusten. Was der kleine Staubjäger kosten soll, ist noch unklar. Praktisch ist so ein „Grab and Go“-Gerät aber auf jeden Fall.

Fazit: Super klein und wahnsinnig nützlich.

Saugt alles weg, was im Weg liegt und klein genug ist: der AEG ErgoMini

Saugt alles weg, was im Weg liegt und klein genug ist: der AEG ErgoMini

© AEG

Meaco Cirra (ab 600 Euro)

Im Sommer waren mobile Klimaanlagen heiß ersehnte Mangelware. Die neue Cirra-Serie von Meaco nutzt die sogenannte Inverter-Technik und kann die Kühlleistung (12.000 bis 16.000 BTU) damit stufenlos an den Bedarf anpassen. Dazu kommt: Mit nur 42 Dezibel Betriebslautstärke sind die Geräte sogar schlafzimmertauglich.

Fazit: Endlich bei Hitze entspannt schlafen können!

Endlich nachts wieder entspannt schlafen können – mit dem Meaco Cirra.

Endlich nachts wieder entspannt schlafen können – mit dem Meaco Cirra.

© Meaco

Miele CulinaryCoach (kostenlos)

Sie fotografieren mit dem Handy, was auf dem Blech liegt, oder sagen einfach „Lachsfilet mit Ofengemüse“ – und der Backofen stellt Temperatur, Betriebsart und Garzeit selbst ein. Das ist die Sorte Künstliche Intelligenz, die echte Alltagsprobleme löst. Oder wissen Sie, ob man Lachs lieber mit Umluft oder bei Ober-/Unterhitze gart?

Die App ist bereits in Deutschland und Österreich verfügbar, zunächst allerdings nur mit ausgewählten Backöfen der Serie H 7860 BP (ab ca. 3500 Euro) nutzbar.

Fazit: KI steht hier für Koch-Intelligenz – leider gibt’s die bisher nur für superteure Öfen.

Echt praktisch: Beim Miele CulinaryCoach steht KI für Koch-Intelligenz.

Echt praktisch: Beim Miele CulinaryCoach steht KI für Koch-Intelligenz.

© Miele

4. Technik zum Anziehen

Gesundheit und Wellness sind laut IFA-Chef Leif Lindner das am schnellsten wachsende Segment der Messe. Bei den Fitnessarmbändern zeigt sich ein interessanter Trend: Der Markt selbst schrumpft leicht, Wachstum kommt aber von Geräten, die kein Display haben. Offenbar wollen die Menschen zwar ihre Gesundheitsdaten überwachen, aber nicht ständig auf einen Bildschirm starren.

Der Markt für Datenbrillen wächst stark: 13,6 Millionen verkaufte Brillen werden in diesem Jahr erwartet – ein Plus von 41 Prozent. Gleichzeitig tobt die Diskussion um den Datenschutz. In Deutschland wird sogar schon überlegt, ob man die Geräte verbieten sollte.

Garmin Cirqa (200 Euro)

Ein kompletter Fitnesstracker, der ohne ablenkendes Display auskommt. Das nur 20 Gramm leichte Gerät erfasst Bewegung, Puls, Schlafdaten und Erholung und erkennt automatisch Workouts in bis zu 80 Sportarten. Das Gerät kommt anders als der Konkurrent Whoop ohne monatliche Abokosten aus, der Akku hält rund 10 Tage durch.

Fazit: Perfekt für alle, die ihre Gesundheit unauffällig im Blick behalten wollen.

Garmins Cirqa ist ein kompletter Fitnesstracker, der ohne ablenkendes Display auskommt.

Garmins Cirqa ist ein kompletter Fitnesstracker, der ohne ablenkendes Display auskommt.

© Garmin

Sennheiser Momentum True Wireless 5 (400 Euro)

Der Kopfhörer spielt bis zu 57 Stunden mit aktiver Geräuschunterdrückung – das reicht für zwei Fernreisen mit Zwischenstopp. Klanglich liefert Sennheiser ohnehin seit Jahren Top-Qualität. Die spannendste Neuheit ist aber der Akku. Er lässt sich bei Bedarf austauschen – und zwar sowohl im Ladecase als auch in den Ohrstöpseln selbst. Damit stirbt das Gerät nicht nach drei, vier Jahren am Akku-Kollaps.

Fazit: Der erste In-Ear-Kopfhörer mit Wechsel-Akku.

Ein treuer Begleiter: Der Akku des Sennheiser Momentum True Wireless 5 hält theoretisch für zwei Fernreisen mit Zwischenstopp.

Ein treuer Begleiter: Der Akku des Sennheiser Momentum True Wireless 5 hält theoretisch für zwei Fernreisen mit Zwischenstopp.

© Sennheiser

Even Realities G2 (ab 700 Euro)

Datenbrille und Datenschutz – das geht oft nicht gut zusammen. Die Even Realities G2 ist laut Hersteller allerdings komplett DSGVO-konform. Sie kommt ohne Kamera aus, gesteuert wird sie über einen Datenring. Im Alltag liefert die Brille Zugriff auf KI-Funktionen wie Echtzeit-Übersetzung, einen sprachgesteuerten Teleprompter oder auch eine Navigationsfunktion.

Fazit: Schlaue Brille, die ohne Spannerverdacht geliefert wird.

Eine schlaue Brille, die auch übersetzen kann: die G2 von Even Realities

Eine schlaue Brille, die auch übersetzen kann: die G2 von Even Realities

© Even Realities

Petpogo PetPhone (ab 80 Euro)

Das PetPhone ist so etwas wie ein Handy für Hunde und Katzen. Die wahrscheinlich wichtigsten Funktionen sind eine Überwachung der Gesundheitsparameter und eine KI-basierte Analyse des emotionalen Zustands der Tiere. Dazu trackt das smarte Halsband den Aufenthaltsort und schickt eine Benachrichtigung, wenn das Tier einen vorher definierten Bereich verlässt.

Die wohl verrückteste Funktion ist aber, dass man über das PetPhone auch mit seinem Haustier telefonieren kann – und Hunden sogar beibringen kann, den Anruf selbst zu starten.

Fazit: Für alle, die von ihrem Haustier nicht genug bekommen können.

Warum nicht mal mit der eigenen Katze telefonieren? Das soll mit dem PetPhone von Petpogo kein Problem sein.

Warum nicht mal mit der eigenen Katze telefonieren? Das soll mit dem PetPhone von Petpogo kein Problem sein.

© Petpogo


IFA. Messedamm 22, 14055 Berlin. Am 4. September 12–18 Uhr, 5. bis 8. September 10–18 Uhr. Tagestickets ab 21,50 Euro im Vorverkauf, Kinder bis 15 Jahre frei. Weitere Informationen unter www.ifa-berlin.com

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