AHRENSFELDE. Der Protest gegen die umstrittene Ortsumgehung von Ahrensfelde (Barnim) geht in eine neue Runde. Die Bürgerinitiative, die sich auch im Namen der Gemeinde für eine großräumige Umfahrung einsetzt (auf der Skizze: Variante 1), ruft alle Einwohner jetzt zu einer Demonstration auf. Am kommenden Sonnabend soll von 10 bis 11 Uhr der Verkehr auf der Bundesstraße 158 lahm gelegt werden, die mitten durch den Ort verläuft - allerdings nur jeweils in einer Richtung, sagt Oda Formazin, Sprecherin der Bürgerinitiative: "Komplett dichtmachen können wir die Straße nicht - sonst machen wir uns die Autofahrer zu Feinden." Und die will man ja gerade für die eigenen Vorstellungen gewinnen.Das Problem besteht darin, dass manche der möglichen Ortsumgehungen nach Ansicht der Ahrensfelder gar keine sind. Denn sie teilen den Ort in zwei Hälften, statt ihn zu umgehen. So lehnen die Ahrensfelder die vom Brandenburgischen Straßenbauamt favorisierten Varianten (Skizze: Nr. 2 und 3) strikt ab. Die eine beginnt in der Märkischen Allee in Berlin-Marzahn und verläuft nordwestlich parallel zur Eisenbahnlinie durch den Wald und durch einen Teil der Gemeinde. Die andere beginnt an der Märkischen Allee und führt dann südöstlich an dem Ort vorbei, teilt aber vorher ebenfalls Wohngebiete. Die Ahrensfelder halten einzig die Umfahrung im Südosten Ahrensfeldes für eine akzeptable Lösung, um den Autobahnzubringer B 158 zu entlasten. "Nur so wird unser Ort nicht zerschnitten. Und das ist außerdem die wirtschaftlich vernünftigste Variante", sagt Oda Formazin. Schließlich würden so zum Teil bereits vorhandene Straßen in Marzahn ausgenutzt. Auch die Straßen aus Richtung Berlin-Hohenschönhausen würden entlastet, argumentiert die Bürgerinitiative. Um dies zu unterstreichen, haben sich zur Demonstration am Sonnabend auch Einwohner aus den Berliner Stadtteilen Falkenberg und Hohenschönhausen angekündigt. Dass es eine Umfahrung geben muss, ist offensichtlich: Täglich rollen bis zu 24 000 Fahrzeuge durch die rund 3 300 Einwohner zählende Umlandgemeinde Ahrensfelde. Die B 158 ist eine wichtige Verbindung aus dem nordöstlichen Berlin zur Autobahn. Einladend wirkt der Ort mit dem Gestank, dem Lärm und den Dauerstaus durch die vielen Autos nicht gerade. Um das zu verändern, wurde das Vorhaben sogar in den Verkehrswegeplan des Bundes aufgenommen. "Wenn sich aber die Länder Berlin und Brandenburg nicht bald mit der Gemeinde einigen, dann wird die Umgehungsstraße aus diesem Plan wieder gestrichen", sagt Sprecherin Formazin. Mehr als 15 Jahre Debatte und Planungen wären dann ergebnislos geblieben. "Wir wollen endlich eine Lösung", sagt Oda Formazin, "und dafür hauen wir noch einmal so richtig auf die Trommel." Die Zeit drängt: Noch im Oktober muss klar sein, was kommt.BLZ/KATRIN BORN Nur die Variante 1 akzeptieren die Ahrensfelder als Ortsumfahrung.
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