FRIEDRICHSHAIN. Die East Side Gallery soll ein Museum samt Lehrstätte bekommen. Das jedenfalls will die "Künstlerinitiative East Side Gallery", die sich seit 1996 um den Erhalt der bemalten Mauer an der Mühlenstraße bemüht. Das "Haus der East Side Gallery" soll Erinnerungsort an die Mauer sein; zum anderen Begegnungs- und Tagungsstätte für jene, die sich weltweit mit trennenden Mauern und deren Überwindung beschäftigen. Als Konkurrenz zum Haus am Checkpoint Charlie soll das Projekt nicht verstanden werden, sagt Kani Alavi von der Künstlerinitiative. "Wir wollen uns auch mit geteilten Ländern wie Korea und Zypern beschäftigen." Die Berliner Mauer sei nur ein Symbol für die Trennung von Menschen. Obwohl derzeit unklar ist, wer den 18 Millionen Mark teuren Neubau an der Mühlenstraße bezahlen könnte, gibt es bereits konkrete Vorstellungen, wie das Museum aussehen soll. Zu verdanken ist das zwei Architektur-Studentinnen von der Technischen Universität. "Wir haben uns die East Side Gallery als Thema für unsere Diplomarbeit gesucht und überlegt, was dieser Ort noch braucht", sagt die 26-jährige Andrea Salge. Und da eine Architektur-Diplomarbeit auch Fiktion sein darf, ließen die beiden ihrer Phantasie freien Lauf. Ihre Idee: Ein zehngeschossiger Bau für Mauerarchiv, Ateliers und Tagungsräume auf der einen Seite der Galerie und ein Flachbau für Souveniergeschäfte auf der anderen Seite. Verbunden werden beide Gebäude durch eine Glas-Brücke, die einen Blick über die East Side Gallery ermöglicht. Eine Fußgängerbrücke soll zudem auf die Kreuzberger Seite der Spree führen. Zufällig deckten sich diese Vorstellungen mit den Wünschen der Künstlerinitiative. "Mein Traum war es schon immer, ein Museum für die East Side Gallery zu schaffen", sagt Alavi. Bei den zuständigen Stellen hat sich die Künstlerinitiative bislang nicht um Genehmigungen für ihren Bau bemüht. "Wir wollten die Idee erst einmal zu Ende denken und öffentlich machen", sagt Alavi. Mit der Ausstellung des Entwurfs in der Galerie am Potsdamer Platz hofft der Künstler, Unterstützer für sein Projekt zu finden. Er ist sich sicher: "Wenn es ein Signal von politischer Seite gibt, wäre der Bau kein Problem." Mit Sponsoren seien bereits Gespräche geführt worden. Sollte das Haus gebaut werden, sieht Alavi auch eine Chance für die marode East Side Gallery. Geld für deren Sanierung zu bekommen, sei mit einem Museum daneben einfacher. >
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