Höchst erfreuliche EntscheidungZu "Berlin fliegt auf Willy Brandt" von Peter Neumann und Jürgen Schwenkenbecher sowie "Stadtbild. Willy Brandt ist ein guter Name" von Martin Klesmann (12./13. Dezember):Die Nachricht, dass am Freitag der Aufsichtsrat der Berliner Flughäfen einstimmig beschlossen hat, dem neuen Hauptstadt-Flughafen in Schönefeld den Beinamen "Willy Brandt" zu verleihen, ist höchst erfreulich. Wer mehr als Willy Brandt wäre dieser Ehre würdig? Somit wird dieser Name, der Widerstand gegen Unterdrückung und zugleich Hoffnung in das Gute im Menschen symbolisiert, auf Dauer mit dieser gepeinigten Stadt Berlin verbunden sein. Die ganze Welt kann dieser erhebenden Entscheidung nur beistimmen.Alexandre Noevoy, Limeil-Brévannes, Frankreich------------------------------Mehrheit kann mit Willy Brandt nichts anfangenDie Zustimmung zur Namensvergabe an den Großflughafen kann ich nicht nachvollziehen. Wie ich überhaupt gegen solche Art Personenkult bin, der sich seit Jahren in der BRD breit macht: Gauck-/Birthler-Behörde, Hartz IV, Riester-Rente .Ich erinnere mich noch sehr gut an die Abrechnung mit den Auswüchsen des Personenkults in der DDR. Langsam wäre es Zeit, sich auch einmal an die bundesrepublikanische Nase zu fassen. Oder sind die Verwalter von Ämtern etc. zu einfallslos, um prägnante, einprägsame und vor allem sachbezogene Bezeichnungen zu finden?Was speziell den Großflughafen angeht, da sollte man es bei der Bezeichnung belassen, die global sofort auf Berlin hinweist: Flughafen Berlin Brandenburg international - Punktum. Für große Denkmäler, Museen usw. finden sich gewiss geeignetere Orte. So groß die Verdienste von Willy Brandt auch gewesen sein mögen - ich bezweifle, dass die Mehrzahl der Fluggäste weltweit in den kommenden Jahrzehnten mit diesem Namen etwas anfangen kann.Joachim Ullrich, per E-Mail------------------------------Ärger über Blindheit BerlinsAngesichts der Debatten um die Namensverleihung für den Flughafen Berlin International frage ich mich: Ist der Name hierbei bedeutend oder bringt er doch gar nichts, weil die Flugindustrie sowie anders tickt? Das sieht man gerade wieder an Frankfurt am Main, das mit seinem Ausbau interkontinentale Expansion betreibt und auf Anhieb die größte chinesische Airline, South China Airways, hinzugewinnt - als Drehkreuz, so wie Düsseldorf Chancen hat mit dem Einzugsbereich Ruhrgebiet.Dabei wollte Fraport einst Partner bei Berlins ermitteltem Favoritenstandort Sperenberg sein. Da ärgert man sich immer wieder über diese Blindheit oder Kraftlosigkeit Berlins. Man hätte doch wissen müssen, dass die Lufthansa Drehkreuze setzt und durch den Hauptstadt-Bonus mit einer Positionierung zu rechnen gewesen wäre, wo der Ausbau Frankfurts auf Schwierigkeiten stößt und die Flughäfen München sowie Düsseldorf die Kapazitätsgrenze erreichen.Jürgen Spiegel, Berlin-Neukölln------------------------------Foto: Noch ist der Infotower auf der Baustelle des Flughafens BBI der Anziehungspunkt. Ab 2011 werden hier pro Jahr 20 Millionen Passagiere abgefertigt.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]