Der Schweizer Backwarenkonzern Aryzta wird seine Produktion im thüringischen Nordhausen bis zum kommenden Jahr einstellen. Das teilte das Unternehmen mit und begründete den Schritt mit einer „veränderten Nachfrage am Markt“. Von der Schließung sind nach Unternehmensangaben 165 Beschäftigte betroffen.
Parallel zum Werk in Nordhausen wird auch der Standort im bayerischen Gerolzhofen aufgegeben. Die bisher dort gefertigten Produkte sollen künftig im rund 40 Autokilometer von Nordhausen entfernten Werk Eisleben in Sachsen-Anhalt hergestellt werden, wo Aryzta die Produktion bündeln will. Ob den Mitarbeitern aus Nordhausen ein Wechsel an den Standort Eisleben angeboten wird, ist bislang offen.
Aryzta beziffert die Kosten der beiden Werksschließungen auf 56 bis 61 Millionen Euro.
Produktion seit 2005 – kurz zuvor noch Tarifeinigung
Am Standort Nordhausen werden seit 2005 Tiefkühlbackwaren produziert, darunter Brötchen, Ciabatta, Baguette und Berliner. Erst im März hatten die Beschäftigten gemeinsam mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine Lohnerhöhung von 2,5 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 156 Euro ausgehandelt.
Das Nordhäuser Werk wurde 2005 gegründet, damals noch unter dem Namen „Klemme“.
Bereits 2019 hatte Aryzta zwei Werke in Mitteldeutschland dichtgemacht: in Artern im Kyffhäuserkreis sowie in Mansfeld in Sachsen-Anhalt. Damals waren laut Unternehmensangaben insgesamt rund 200 Beschäftigte betroffen.
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