BERLIN. Die FDP bestreitet es zwar, doch gelegentlich kann schon der Eindruck entstehen, die Liberalen seien von der gewonnenen Bundestagswahl, auf die sie so lange hingearbeitet haben, dann doch überrascht worden - zumindest von deren weitreichenden personellen Konsequenzen. Durch die notwendige Besetzung von fünf Ministerien und einer neuen Fraktionsführung ist ein Personalkarussell in Gang gesetzt worden, in dessen Folge die Spitzenämter der Partei neu zu besetzen sind. Dirk Niebel legte das Amt des Generalsekretärs nieder, nachdem er Entwicklungshilfeminister wurde. Als Staatssekretär nahm er Hans-Jürgen Beerfeltz mit, den langjährigen Bundesgeschäftsführer.Doch wer eine schnelle Besetzung der wichtigen Parteiämter erhofft hatte, ist enttäuscht worden. Bis Mitte Dezember will sich Parteichef Guido Westerwelle dabei Zeit lassen, einen neuen "General" zu suchen, kündigte er gestern an.Dabei bahnt sich im Thomas-Dehler-Haus ein Generationenwechsel an. Im Gespräch als Generalsekretär sind junge Parteipolitiker. So etwa der 36-jährige Patrick Döring aus Niedersachsen, bislang verkehrspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, oder Christian Lindner (30), der als Generalsekretär der nordrhein-westfälischen FDP Erfahrung einbringen kann. Und dann ist da noch Johannes Vogel, 27 Jahre alt, Bundesvorsitzender der FDP-Nachwuchsorganisation Junge Liberale.Von dem neuen Generalsekretär wird abhängen, welchen Kurs die FDP nimmt - ob sie als Anhängsel der Regierung fungiert oder weiterhin eine selbstbewusste, eigenständige Linie vertritt. Ob sie sich inhaltlich neuen Bündnissen öffnet, etwa mit den Grünen, und ob sie es schafft, ihre Anhängerschaft zumindest zu halten. Dabei wird die nordrhein-westfälische Landtagswahl im Mai eine zentrale Rolle spielen.
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