Coronavirus-Pandemie

Drosten-Studie in „Science“: Wie ansteckend sind Kinder?

Wissenschaftler um Christian Drosten untersuchten 25.000 Covid-Fälle. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder etwa genauso infektiös sind wie Erwachsene.

Christian Gehrke Team News dpa/chg
2 Min
Prof. Dr. Christian Drosten war für seine Anfangseinschätzung zur Infektiosität bei Kindern kritisiert worden. Das war vor einem Jahr. Jetzt liegen Daten einer Studie vor, die seine These untermauern.

Prof. Dr. Christian Drosten war für seine Anfangseinschätzung zur Infektiosität bei Kindern kritisiert worden. Das war vor einem Jahr. Jetzt liegen Daten einer Studie vor, die seine These untermauern.

© Imago/Stefan Boness

Für die am Dienstagnachmittag publizierte Studie bestimmten Wissenschaftler um Drosten für mehr als 25.000 Covid-19-Fälle die sogenannten Viruslasten, also die Menge des Viruserbguts in der PCR-Probe. „Die Erbgutkopien repräsentieren näherungsweise die Virusmenge im Rachen der Patienten und lassen daher Voraussagen über deren potenzielle Infektiosität zu“, erklärte die Charité.

Einbezogen wurden Menschen ohne Krankheitsanzeichen ebenso wie Patienten mit unterschiedlich schweren Symptomen bis hin zu Krankenhausfällen.

Drosten: Ältere Kinder haben etwa gleiche Viruslast wie Erwachsene

Bei Erwachsenen zwischen 20 und 65 Jahren zeigten sich demnach „keine nennenswerten Unterschiede“ bei der Viruslast. In den Proben der jüngsten Kinder zwischen 0 und 5 Jahren seien die niedrigsten Viruslasten gefunden worden, bei älteren Kindern und Jugendlichen hätten sich die Werte mit steigendem Alter denen der Erwachsenen angeglichen, heißt es weiter.

Die Werte von Kindern sieht Drosten durch eine andere Art der Probenentnahme im Vergleich zu Erwachsenen beeinflusst: Es würden deutlich kleinere Tupfer eingesetzt, die weniger als halb so viel Probenmaterial einbrächten. Statt der schmerzhaften tiefen Nasenrachen-Abstriche würden zudem oft einfache Rachenabstriche gemacht, in denen sich nochmals weniger Virus finde. Deshalb seien bei Kindern von vorn herein geringere Viruslast-Messwerte zu erwarten.

Erste, noch nicht von unabhängigen Fachleuten geprüfte Auswertungen zu Viruslasten hatte Drosten bereits vor mehr als einem Jahr vorgelegt. Diese waren auch in der Debatte um die Öffnung von Schulen und Kindergärten viel beachtet worden.

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