Geschichte eines einzigartigen Bildnisses

Wie der heilige Mohr auf seinen Ehrenplatz kam

Berlin hat seine Mohrenstraße, im Magdeburger Dom steht seit fast 800 Jahren ein authentischer afrikanischer Mann. Der heilige Mauritius wurde verehrt wie kaum ein anderer.

Maritta Adam-Tkalec Maritta Tkalec
6 Min
Der heilige Mauritius im Magdeburger Dom, gefertigt um 1240. Die älteste figürliche Darstellung eines afrikanischen Mannes nördlich der Alpen.

Der heilige Mauritius im Magdeburger Dom, gefertigt um 1240. Die älteste figürliche Darstellung eines afrikanischen Mannes nördlich der Alpen.

© Wikimedia Commons/Chris 73

Um das Jahr 1240 meißelte ein Bildhauer der Zweiten Magdeburger Dombauhütte die Stifterfigur aus Bernburger Sandstein. Ihre Füße sind verloren, die Skulptur ist ab Rocksaum 1,15 Meter hoch und etwa 220 Kilogramm schwer. Es handelt sich um die erste Darstellung eines schwarzen Mannes nördlich der Alpen, erschaffen für den ersten gotischen Dom auf deutschem Boden. Wahrscheinlich gehörte der Künstler derselben Schule an wie jener, der die wunderbare Uta und deren depperten Gatten für den Naumburger Dom schuf. Auch diese Höhepunkte mittelalterlicher Kunst, die für einige Jahrzehnte zu individueller Darstellung des Menschen von großer Ausdrucksstärke fand.

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