Ja, ich war arrogant, aber ich gestehe: Als jemand, der seine Kindheit in Rostock verbrachte und sein halbes Leben in Berlin, hatte ich es nie so mit den Sachsen. Kein Meer dort an der Elbe, und die Sprache – sexy ist was anderes. Was man eben so an absichtslosen Gemeinheiten und Vorurteilen in seinem faulen Hirn bewegt. Die natürliche „Feindschaft“ zwischen Nord- und Südländern kam noch oben drauf. Hinzu kam, dass mein Stiefvater ein Dresdner war, aber kein netter. Er liebte meine Mutter, das ja, aber beide liebten ihre Kinder nicht. Er war mürrisch und kleinkariert, seine Mutter, eine einfach Frau, hatte zu DDR-Zeiten in einer Weihnachtsstollen-Fabrik gearbeitet, deren Name mir entfallen ist. All das zusammen ließ keine Freudenfunken in mir sprühen, wenn ich gen Sachsen schaute oder aus irgendeinem Grund dort hinmusste.
Eingeständnis
Wie ich mich neulich in Dresden verliebte – und Scham dabei empfand
Als halber Fischkopp und halbe Preußin hatte ich es nie so mit Sachsen. Das ändert sich gerade. Berlin hat keine Wärme mehr.
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Um Längen lebenswerter als Berlin: das schöne Elbflorenz
© Wolfgang Veeser/imago
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