Geburtstag

Wim Wenders wird 80: Der Regisseur, der Berlin mit erfunden hat

Zum Geburtstag ein kleines Ständchen. Und die Frage, warum die große Retrospektive des Regisseurs nicht in Berlin gezeigt wird, wo Wenders seit über 50 Jahren lebt.

Timo Feldhaus
Timo Feldhaus
4 Min
Der Romantiker und Sinnsucher Wim Wenders

Der Romantiker und Sinnsucher Wim Wenders

© Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung

Als Wim Wenders 40 Jahre alt war, drehte er das wohl berühmteste Filmporträt dieser Stadt: „Der Himmel über Berlin“. Über den Film könnte man viel erzählen, aber das Eindrucksvollste ist doch wohl, dass er Berlin 1987 etwas abrang, was in Deutschland sehr selten eingefangen wird: Melancholie. In den körnigen Schwarz-Weiß-Bildern, den menschenleeren Brachen, den Blicken der zwei Engel, die von Bruno Ganz und Otto Sander verkörpert werden und den samtenen Sätzen, die von Peter Handke mitgeschrieben wurden – da flimmert das, was den Deutschen in der Nachkriegsverkrampfung und Starrsinnigkeit abhandengekommen war. Denn Melancholie ist nicht nur Schwermut, sondern auch Nostalgie und Nachdenklichkeit, und eine seltsame Gelassenheit der Erkenntnis gegenüber, dass das Leben immer zugleich auch Verfall bedeutet.

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