Der Bundesverband Windenergie (BWE) schickt seine Service GmbH in die Insolvenz. Wie die Zeitungen der Ostdeutschen Medienholding erfuhren, ist die verbandseigene GmbH der Windenergiebranche zahlungsunfähig. Branchen-Insider werfen Vorstand und Geschäftsführung jahrelange Misswirtschaft vor. Nicht einmal die Gehälter der rund 50 Angestellten am Berliner EUREF-Campus in Schöneberg können weiter gezahlt werden.
Angestrebt ist bei Gericht eine Sanierung in Eigenverwaltung. Die betroffenen Mitarbeiter dürften zudem mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen. Die Zahlungsunfähigkeit kommt für Außenstehende überraschend: Obwohl die Branche der erneuerbaren Energien dank Klimaschutz und üppiger Fördergelder boomt, scheinen die Ausgaben des Verbands aus dem Ruder gelaufen zu sein. Der BWE bestätigte dieser Zeitung die Insolvenz.
17.000 Mitglieder des BWE werden Fragen stellen
Der BWE und seine 100-prozentige Tochtergesellschaft, die BWE-Service GmbH, bilden zusammen das Rückgrat der deutschen Windkraftbranche. Sie teilen sich die Aufgaben in die politische Interessenvertretung einerseits und die kommerzielle Weiterbildung sowie Dienstleistungen andererseits auf. Laut Eigenangabe ist das Ziel der Service GmbH, „Wissen zu vermitteln, Innovationen zu fördern und die Energiewende aktiv mitzugestalten“. Der Jahresumsatz beträgt rund sechs Millionen Euro. Der BWE und seine Service GmbH sind zudem Herausgeber der Fachzeitschrift Neue Energie.
Der Lobbyverband BWE ist der größte Fachverband der Windenergiebranche in Deutschland und einer der weltweit größten Verbände im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Branche installierte 2025 allein in Deutschland Windenergieanlagen mit mehr als 5200 Megawatt Leistung. Das entspricht einem Marktwert von mehr als sechs Milliarden Euro. Die rund 17.000 Mitglieder des BWE, darunter Hersteller und Betreiber von Windkraftanlagen, werden sich nun fragen, was mit ihren Mitgliedsbeiträgen passiert ist. Am Montag will man laut BWE-Pressestelle weitere Details bekannt geben.
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