Statt Verbrecher zu jagen, müssen sie vor Häusern Wache schieben: Jeden Tag sind 400 bis 500 Vollzugsbeamte der Polizei für den Schutz gefährdeter Objekte eingesetzt. Von dieser Größenordnung hatte schon Polizeichefin Barbara Slowik gesprochen. Jetzt wird auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) laut.
Denn nicht nur wegen der Lage in Nahost bleibt der Schutzbedarf von Botschaften, Einrichtungen und Wohnungen, sondern zunehmend auch wegen der Auseinandersetzungen mit scharfen Schusswaffen. Tagtäglich müssten deshalb neue Personen und Gebäude, geschützt werden, kritisiert die GdP, die am Donnerstag „konsequente Maßnahmen und ein Umdenken in Berlins Politik“ forderte.
„Das geht so nicht weiter. Wir versenken jeden Tag 400 bis 500 Polizeivollzugsbeamte, die auf ihren Stammdienststellen unglaubliche Lücken reißen, manchmal auch sehr kurzfristig, weil sich Schutzaufträge täglich oder sogar stündlich verändern“, kritisiert der GdP-Landeschef Stephan Weh. „Das sind mal eben zweieinhalb Polizeiabschnitte oder beim Blick auf die aktuellen Ist-Stärken in unserer Bereitschaftspolizei fünf bis sechs Einsatzhundertschaften.“
Kriminalität
„Wir schaffen es nicht mehr!“ Berlins Polizisten müssen wegen Schießereien mehr Wache schieben
Die Beamten müssen sogar Häuser von Geschäftsleuten bewachen, die kriminell wurden. Die Gewerkschaft der Polizei schlägt Alarm.
4 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Polizeiabsperrung nach Schüssen in Berlin-Kreuzberg.
© IMAGO/Jürgen Held
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*