Analyse

„Wir untergraben unsere Souveränität“: Unternehmerin rechnet mit Europas Industriepolitik ab

Hohe Energiekosten und fehlende Planungssicherheit – die Unternehmerin Andrea Thoma-Böck warnt: Die Deindustrialisierung beginnt lange vor der Werksschließung.

Ralf M. Ruthardt
Ralf M. Ruthardt
9 Min
Ein Arbeiter in einer Werkshalle bereitet Pipeline-Rohre für die Verschweißung vor.

Ein Arbeiter in einer Werkshalle bereitet Pipeline-Rohre für die Verschweißung vor.

© IMAGO/

Kapital hat eine unangenehme Eigenschaft: Es kennt kein Heimweh. „Kapital ist nicht patriotisch“, sagt Andrea Thoma-Böck gegenüber dieser Zeitung. Es geht dorthin, wo es Zukunft findet. Das klingt kühl, ist für eine Unternehmerin, deren Familie seit drei Generationen in Deutschland produziert, aber vor allem eine nüchterne Feststellung. Gemeinsam mit ihrer Schwester führt Thoma-Böck ein Unternehmen für Galvanotechnik – energieintensiv, chemieintensiv, personalintensiv. Einen jener Betriebe also, in denen politische Ideen irgendwann die Sitzungsräume verlassen und auf Maschinen, Schichtpläne, Stromrechnungen und Liefertermine treffen.

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