Wahlkampf

„Wir wissen, dass wir in Russlands Fokus stehen“: Berliner Landeswahlleiter warnt vor Einflussnahme

Fünf Tage vor der Berlin-Wahl warnt Landeswahlleiter Stephan Bröchler vor Fake News, Beobachtung durch Russland und nennt die Briefwahl „seriös“.

2 Min
Der Landeswahlleiter Stephan Bröchler informiert auf einem Pressetermin zum Stand der Wahlvorbereitung.

Der Landeswahlleiter Stephan Bröchler informiert auf einem Pressetermin zum Stand der Wahlvorbereitung.

© Jens Kalaene/dpa

Berlin steht nach Einschätzung von Landeswahlleiter Stephan Bröchler im Visier möglicher russischer Einflussversuche. „Wir wissen, dass wir seitens Russlands im Fokus stehen“, sagte Bröchler am Dienstag. Belege für konkrete Angriffe gebe es bislang allerdings nicht: „Wir haben aber bis dato keine Belege, dass sich das in solchen Angriffen manifestiert und konkretisiert hat.“

Eine wahlgefährdende Desinformationskampagne habe die Landeswahlleitung bislang nicht festgestellt. Falschmeldungen kursieren dennoch. Dazu zählt ein erfundenes Mordkomplott gegen den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU).

Verbreitet werden solche Inhalte unter anderem über Internetseiten, die wie Angebote etablierter Medien aussehen. Mit „Gretchen AI“ stellt die Wahlleitung ein Werkzeug bereit, mit dem Bürger verdächtige Inhalte überprüfen können. Rund 25.000 Aufrufe wurden bislang registriert.

„Briefwahl ist seriös“

Auch Zweifeln an der Sicherheit der Briefwahl trat Bröchler entgegen. „Briefwahl ist seriös“, sagte der Landeswahlleiter. Vor der Bundestagswahl 2025 hatte er noch die Urnenwahl als „Variante Nummer eins“ empfohlen – damals allerdings wegen der kurzen Fristen für den Versand und die Rücksendung der Briefwahlunterlagen. Einzelne Missbrauchsfälle seien zwar denkbar, Hinweise auf systematische Manipulation gebe es nicht. Inzwischen haben 28,4 Prozent der Wahlberechtigten einen Wahlschein erhalten. Bröchler rechnet am Ende mit einem Briefwahlanteil von rund 45 Prozent.

Ganz ohne Probleme laufen die Vorbereitungen allerdings nicht. In Charlottenburg-Wilmersdorf wurden falsche Stimmzettel mit Briefwahlunterlagen verschickt. Bis zu 1400 Wahlberechtigte könnten betroffen sein. Das Bezirkswahlamt verschickt Ersatzunterlagen.

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