Bilanz-Skandal

Wirecard: Ließ Marsalek deutsche Politiker ausspionieren?

Wirecard hatte gute Drähte zum österreichischen Geheimdienst BVT. Der Dienst sollte offenbar deutsche Politiker ausforschen.

Michael Maier
3 Min
Jan Marsalek,  ehemals Vorstand bei Wirecard,  wird von der Staatsanwaltschaft München gesucht. <br> <br><br> <br><br>

Jan Marsalek, ehemals Vorstand bei Wirecard, wird von der Staatsanwaltschaft München gesucht. 




© Roshanak Amini/Berliner Zeitung am Wochenende

Im Wirecard-Skandal gewinnt die Geheimdienst-Komponente an Fahrt. In einer Vernehmung in Wien wurde bekannt, dass der frühere Wirecard-Manager Jan Marsalek ein besonderes Interesse an dem Linke-Politiker Fabio De Masi gehabt haben könnte. De Masi hatte als einer der ersten deutschen Politiker schon sehr früh auf die Ungereimtheiten bei Wirecard hingewiesen. De Masi war auf das Thema durch die Lektüre der Financial Times gestoßen und wurde auch mehrfach von dieser befragt. Marsalek, der seit dem Zusammenbruch des Unternehmens spurlos verschwunden ist, soll seinen Freund Martin W., bis 2017 mächtiger Abteilungsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), gebeten haben, Informationen über De Masi einzuholen. Dabei könnte Martin W. auch versucht haben, diese Informationen über frühere Leitungsfiguren der deutschen Geheimdienstszene einzuholen, so mit der Materie vertraute Personen zur Berliner Zeitung. Martin W. war kürzlich verhaftet worden.

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