Es ist vermutlich der Unerfahrenheit und Unsicherheit der amerikanischen Unterhändler zuzuschreiben, dass die Verhandlungen um einen Frieden im russisch-ukrainischen Krieg so verwirrend und für die Öffentlichkeit unverständlich sind. Aber es liegt auch daran, dass viele Medienvertreter, Kommentatoren und Politiker sie nur durch das Prisma ihrer eigenen Interessen und Moralvorstellungen betrachten.
Ja, die USA haben in ihrem 28-Punkte-Plan sehr viele russische Forderungen (und sogar Formulierungen) übernommen. Ja, Russland ukrainisches Territorium zuzugestehen, ist ungerecht und geeignet, den Aggressor zu belohnen. Aber wann war ein Waffenstillstandsabkommen (um mehr geht’s momentan ohnehin nicht) schon einmal gerecht? Welcher Friedensvertrag war gerecht? Die Friedensverhandlungen in den Pariser Vororten nach dem Ersten Weltkrieg führten zu einer Zweiteilung Europas: auf der einen Seite die Staaten, die Land hinzugewannen, auf der anderen die, die es abgeben mussten und fortan auf Revanche sannen. Die Vier-Mächte-Treffen in Teheran, Jalta und Potsdam bestraften einen Aggressor (Deutschland) und belohnten andere Aggressoren (die Sowjetunion, Italien).
Was offenbar kaum jemanden interessiert: Kann das, was die USA und Russland auf der einen und die großen europäischen Staaten auf der anderen Seite jetzt vorschlagen, überhaupt funktionieren, soll heißen: Kann es dauerhaft den Krieg beenden?
Ukraine-Frieden
Witkoffs 28-Punkte-Plan: Trump und Putin machen die Rechnung ohne die europäischen Staaten
Unser Gastautor findet: Nicht alles in Witkoffs 28-Punkte-Plan ist schlecht, aber vieles ist gar nicht machbar.
Klaus Bachmann
12 Min
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Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump.
© ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP
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