Russlands Präsident Wladimir Putin hat in einem Interview angedeutet, dass die Söldner der Wagner-Gruppe eine neue Führung erhalten könnten. Dem staatlich finanzierten russischen Nachrichtenportal Kommersant sagte Putin, er habe den Kämpfern der Söldnergruppe angeboten, künftig unter einem anderen Befehlshaber zu dienen. Dies wurde nach den Worten Putins aber von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin abgelehnt. Wagners Soldaten „hätten an einem Ort zusammengeführt werden und weiter dienen können“, sagte Putin.
Für die Söldner hätte sich dadurch „nichts geändert, sie wären von der Person geführt worden, die während der ganzen Zeit ihr eigentlicher Befehlshaber war“, sagte Putin. Bei der von Putin bei einem Treffen mit der Wagner-Gruppe am 29. Juni vorgeschlagenen Person handelte es sich um den Wagner-Kommandeur Andrej Troshev. Sein Deckname lautet „Sedoi“ (Grauhaar). Er soll in den vergangenen 16 Monaten die Söldner an der ukrainischen Front angeführt haben.
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Prigoschin soll Putins Vorschlag abgelehnt haben
Zahlreiche anwesende Kommandeure hätten nach seinem Vorschlag mit dem Kopf genickt, der vorne sitzende Prigoschin habe den Vorschlag jedoch im Namen der Truppe abgelehnt, sagte Putin laut Kommersant. Bei dem Treffen sollten nach Angaben des Staatschefs „mögliche Lösungen“ für die Fortführung der Wagner-Gruppe nach dem Aufstand im Juni erörtert werden.
Der Wagner-Aufstand hatte die russische Führung inmitten des Ukraine-Konflikts erschüttert. Mehrere Stunden lang hatten Wagner-Kämpfer das Hauptquartier der russischen Armee in der Stadt Rostow am Don im Südwesten des Landes besetzt und waren Richtung Moskau vorgerückt. Der Aufstand endete am 24. Juni abends mit einer Vereinbarung unter Vermittlung des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko.
Wer ist Andrej Troshev?
Wie aus den von der Europäischen Union und Frankreich veröffentlichten Sanktionsunterlagen hervorgeht, ist Andrey Troshev alias „Sedoi“ ein russischer Oberst im Ruhestand. Er ist Gründungsmitglied und Geschäftsführer der Wagner-Gruppe. Troshev sei bereits als Stabschef der Wagner-Gruppe in Syrien aufgetreten, wo die Privatarmee das syrische Regime unterstützte. Troshev wurde im April 1953 in Leningrad, in der ehemaligen Sowjetunion, geboren, berichtet unter anderem CNN.
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„Andrey Troshev ist direkt an den militärischen Operationen der Wagner-Gruppe in Syrien beteiligt. Er war insbesondere in der Gegend von Deir ez-Zor beteiligt“, heißt es weiter. „Als solcher leistet er einen entscheidenden Beitrag zu den Kriegsanstrengungen von Bashar al-Assad und unterstützt und profitiert daher vom syrischen Regime.“
Zu seinen Partnern gehört einer weiterer Gründer der Wagner-Gruppe, Dimitrij Utkin, der laut EU-Informationen ein ehemaliger Offizier des russischen Militärgeheimdienstes GRU ist. Troshev ist auch mit den Befehlshabern der Wagner-Gruppe Aleksandr Sergeevich Kuznetsov und Andrey Bogatov verbunden. Laut dem russischen Online-Nachrichtenportal Fontanka ist „Sedoi“, also der„Grauhaarige“, auch ein ehemaliger Mitarbeiter der Spezialeinheit für schnelle Reaktion des Nordwestlichen Föderationskreises des russischen Innenministeriums. Er sei zudem ein Veteran der Kriege in Tschetschenien und Afghanistan.
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