Wohin zieht die Staatsoper, wenn ihr Gebäude 2010 saniert wird? Zwar entschied sich der Berliner Senat bereits im vergangenen Jahr für das Schillertheater als Ausweichspielort. Aber nun bringt Falk Walter, Betreiber des Admiralspalastes und der Arena, diese beiden Orte wieder ins Gespräch. Die Kulturverwaltung sieht darin zwar keine ernsthafte Alternative, möchte aber keinesfalls als ignorant oder starrsinnig gelten. Deshalb stellt deren Sprecher Torsten Wöhlert in Aussicht, den Beschluss nochmal zu prüfen ... wenn es gute Gründe gibt.Vielleicht gibt es die: Der Admiralspalast (1 700 Plätze) und die Arena (etwa 1 300) sind beide größer als das Schillertheater (1 100 Plätze). Zudem könnte der Umbau an beiden Häusern mit 12 Millionen Euro günstiger werden als an der Bismarckstraße mit 20 Millionen. Und neben guten Gründen gibt es auch sentimentale Argumente: So spielte die Staatsoper schon damals, bis 1955, im Admiralspalast. Zweifellos ist auch die Lage in Berlin-Mitte attraktiver; Daniel Barenboim zieht diese Spielstätte zudem wegen der Klangqualität vor. Und auch in der Arena schränkt die Akustik den Hörgenuss nicht ein - sagen die Berliner Philharmoniker, die dort in den letzten sechs Jahren aufspielten. Das klingt nach überschaubarem Aufwand in guter Qualität.Jedoch: Berlin könnte mit dem landeseigenen Schillertheater Miete verdienen, statt sie auszugeben. Und die Planungskosten für den Schiller-Umbau (längst in Millionenhöhe angefallen) muss die Stadt ohnehin bezahlen. Was tun? Die Kulturverwaltung erwartet jetzt ein Angebot, das über "Schätzwerte" hinaus "Berechnungen" darlegt, sagt sie - und meint: klare Zahlen.Warum tun sich Admiralspalast und Arena das an? Schließlich riskieren sie viel Arbeit und ihr Profil. Ist es Geldnot? Natürlich täten beiden Häusern die Umbauten gut, aber angewiesen sind sie darauf nicht. Der Admiralspalast ist, so wie er steht, für 2009 schon ausgebucht.Nun, Falk Walter ist mehr als ein Betreiber. Er ist ein Umtriebiger. Einer, der schon Bootsfahrten zwischen dem Admiralspalast und der Arena plant. Der die Zwischennutzung als "Ereignis" und nicht als "Überbrückung" entwirft. Er ist eine typische Berliner Antwort auf die Frage: Wo kämen wir denn hin? Denn er geht los, um zu sehen, wohin wir kämen. Wenn wir gingen.
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