„Habt ihr eigentlich im Osten mittlerweile genug zu essen?“ Es war ungefähr zehn Jahre nach der Wiedervereinigung, als ich zum ersten Mal in Hamburg war und mit solchen Fragen konfrontiert wurde. Die waren nicht mal böse gemeint. Ein Schulkumpel war von unserer Heimat in Brandenburg in die Hansestadt gezogen, und als ich ihn dort besuchte, wurde schnell klar, dass seine neuen Freunde ernsthaft glaubten, der Osten sei ein Dritte-Welt-Land. Dabei genügte ein Spaziergang durch ihre eigene Stadt, um zu erkennen, dass es dort ebenfalls gravierende soziale Probleme gab.
Kolumne
Wo Osten und Westen sich auf traurige Weise ähneln
Armut und Verelendung sind keine regionalen Ost-Probleme, sondern gesamtgesellschaftliche. Warum wird das von der Politik immer vergessen? Eindrücke von einer Reise ins Ruhrgebiet.
7 Min
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Mit Verweis auf den aktuellen Armutsbericht macht die CDU Kinderarmut zum Thema im NRW-Landtag. Die Armutsquote stieg auf 17,5 Prozent, im Ruhrgebiet gilt inzwischen jeder Fünfte als arm.
© Rolf Vennenbernd/dpa
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