WOHIN IM BEZIRK

Spandau

BLZ
4 Min

GENIESSENDuftig. Schon wenn man die kleine Kaffeerösterei betritt, duftet es nach frisch gemahlenem Kaffee. Seit acht Jahren betreiben Oliver Preußler und seine Frau Hiroko das Geschäft. Sie importieren Rohkaffee in schweren Jutesäcken etwa aus Mexiko, Gua- temala, Kolumbien, aber auch aus Äthiopien oder Papua Neuguinea. Die stehen im Laden neben der Röstmaschine, in die Preußler ein paar Mal am Tag die grünen Bohnen füllt, um sie eine Viertelstunde lang zu rösten. Etwa 15 Sorten werden angeboten, auch probieren kann man den Kaffee, ob als Espresso, als sortenreinen Kaffee oder als Latte Macchiato. Die Gourmetzeitschrift "Der Feinschmecker" hat Café und Rösterei in diesem Jahr zum zweiten Mal als eine der besten in Deutschland ausgezeichnet.Kaffeerösterei Spandau: Jüden-straße 26, Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr.Urig. Rote Backsteinwände, massive Holztische und in der Mitte der riesige kupferne Kessel - im Brauhaus Spandau ist es urig. Das 1890 errichtete Haus beherbergte einmal die Heeresdampfwäscherei. Aufwändig umgebaut, wird dort seit 1994 Bier gebraut und ausgeschenkt - die Hausmarke heißt Spandauer Havelbräu. Jeden Monat gibt es zusätzlich ein Spezialbier, im November den Herbstbock, im Dezember das Weihnachtsbier. Und wie wird Bier gebraut? Das kann man sich im Gärkeller ansehen, auf Tafeln nachlesen oder sich auch mal vom Braumeister erklären lassen.Brauhaus Spandau: Neuendorfer Straße 1.www.brauhaus-spandau.deSTAUNENAlte Gewölbe. Es ist das älteste Bürgerhaus Berlins - das Gotische Haus in der Spandauer Altstadt. Um 1450 vermutlich für eine Kaufmannsfamilie errichtet, sind noch heute viele ursprüngliche Teile erhalten. Zum Beispiel die so genannten Netzrippengewölbe. An einigen Stellen ist noch die grüne Deckenmalerei mit Ornamenten sichtbar. Das Gotische Haus ist heute Teil des Stadtgeschichtlichen Museums, dort befindet sich die Spandau Information und es werden Ausstellungen gezeigt: Bis 25. November zum Thema 160 Jahre Eisenbahn in Spandau, anschließend präsentieren sich während des Weihnachtsmarktes traditionell Kunsthandwerker, Korbflechter, Holzschnitzer und Glasbläser.Gotisches Haus: Breite Straße 32. Mo-Fr 10-18, Sa 10-17 (ab 2.12. bis Weihnachten Sa bis 19 Uhr, So 10-18 Uhr).Alte Flugzeuge: Die kann man im Luftwaffenmuseum Flugplatz Gatow der Bundeswehr bestaunen. Mehr als 100 Militärflugzeuge und -hubschrauber sind ausgestellt, im Hangar 3 wird zur Geschichte der Militärfliegerei in Deutschland informiert, im ehemaligen Tower Uniformen gezeigt. Der Militärflugplatz entstand 1934/35 als "Kaderschmiede" für die Luftwaffe Hitler-Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er von der britischen Royal Air Force genutzt und war während der Berlin-Blockade 1948 neben Tempelhof eine der wichtigsten Lebensadern für West-Berlin. 1994 übernahm die Bundeswehr das Gelände und richtete dort ihr Museum ein.Luftwaffenmuseum Flugplatz Gatow: Kladower Damm 182, Eingang Ritterfelddamm.www.luftwaffenmuseum.deAlte Festung: Von außen ist die Festung kaum zu erkennen, innen erstreckt sich aber ein Netz von gemauerten Gängen und Räumen. Das Fort in Staaken wurde 1882 bis 1886 zum Schutz von Spandau - es war damals eine der größten Waffenschmieden Deutschlands - aus etwa 28 Millionen Ziegelsteinen errichtet. Dazu wurde der 66 Meter hohe Hahneberg ausgeschachtet und die Festung eingebaut. Betreut wird das Fort heute von einem Verein.Fort Hahneberg: Heerstraße.www.forthahneberg.deSCHAUENSchöner Park: Direkt an der Havel erstreckt sich der "Landhausgarten Dr. Max Fränkel". Vom Ufer aus kann man die Pfaueninsel sehen, etwas weiter weg auch das Strandbad Wannsee und die Insel Schwanenwerder. Treppen aus weißem Rüdersdorfer Kalkstein führen über vier Terrassen zu den restaurierten Häusern und Pferdeställen. Angelegt wurde der 3,5 Hektar große Park zwischen 1925 und 1933 vom damaligen Stadtgartendirektor Erwin Barth. Heute kümmert sich der Verein Kladower Forum um das Anwesen und macht vor allem in der warmen Jahreszeit aus dem Park einen Kulturgarten und veranstaltet Konzerte.Landhausgarten Dr. Max Fränkel: Lüdeckeweg 1, Kladow.www.kladower-forum.deSchöner Hof: Seit 1978 wird der Gutshof Gatow von der Familie Reinicke bewirtschaftet. Stück für Stück wurden die Anlagen wieder hergerichtet, an jedem Wochenende erwacht dort das alte Gutshofleben: Im Lehmbackofen wird Brot gebacken und es gibt einen kleinen Hofladen. Ulrich Reinicke ist zugleich Chef des Fördervereins historisches Gatow, der eine alte Bockwindmühle wieder aufbauen und in einem mit Lehm und Stroh restaurierten Kornspeicher ein Museum einrichten will.Gutshof Gatow: Buchwaldzeile 43. Sa, So ab 11 Uhr.www.gutshof-gatow.deSchöner Weg: Wer auf dem Fahrrad oder auf Inline-Skates durchs Grüne rollen will, dem bietet sich dafür der Asphaltweg unweit des früheren Todesstreifens bei Eiskeller an, der durch den Spandauer Forst führt. Von Süden startet man von der Falkenseer Chaussee kommend auf Höhe des Goldkäferwegs. Vom Norden an der Schönwalder Allee, Höhe Stadtgrenze.

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