Rund 20 Prozent der Wohlfahrtsverbände in Deutschland haben in den vergangenen zwei Jahren Leistungen oder Angebote vollständig einstellen müssen. Das geht aus einer aktuellen Befragung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege hervor, an der unter anderem das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und die Caritas teilnahmen.
Neben den vollständigen Streichungen mussten laut der Erhebung 45 Prozent der befragten Verbände ihre Angebote kürzen. Damit ist fast die Hälfte aller Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege gezwungen, ihr Leistungsspektrum einzuschränken – mit direkten Folgen für die Menschen, die auf diese Hilfen angewiesen sind.
Große Mehrheit rechnet mit weiteren Einschnitten
Besonders alarmierend: Mehr als 80 Prozent der Einrichtungen gehen davon aus, in naher Zukunft noch weitere Leistungen reduzieren zu müssen. Die Wohlfahrtsverbände stehen damit vor einer Situation, in der sich die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen dürfte.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege ist der Dachverband der sechs großen Wohlfahrtsverbände in Deutschland. Diese betreiben zusammen Hunderttausende Einrichtungen – von Pflegeheimen über Beratungsstellen bis hin zu Kitas und Obdachlosenunterkünften. Sie gelten als tragende Säule des deutschen Sozialsystems.
Junge Generation erbt Trümmerhaufen: Wo ist der neue Sozialvertrag?
Suizide in Berlin: Immer mehr Frauen und Alte wollen nicht mehr leben
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]