Die Mittagssonne hoch am Himmel über Berlin-Reinickendorf passt perfekt zur Stimmung an diesem friedlichen Tag in der Raschdorffstraße: Zwischen hohen alten Eichen und Ahornbäumen parken die Kleinwagen Stoßstange an Stoßstange. Es ist ruhig, fast beschaulich. Das lauteste Geräusch, das aufhorchen lässt, ist das Rumpeln eines Lastenrads, das übers Kopfsteinpflaster fährt. Eine Katze tapst gemächlich vorbei – ansonsten passiert wirklich nicht viel. Irgendwo hier sollen sie sein: die schönen neuen Häuser in Modulbauweise.
In Zeiten der allgemeinen Wohnungsnot ist der Begriff Modulbau eines der ganz großen Zauberworte der Baubranche, ein Zukunftsversprechen. Die Idee ist, dass vorproduzierte Systembauten in der Fabrik hergestellt und vor Ort nur noch zusammengefügt werden müssen. So kann schneller, effektiver und womöglich auch preiswerter gebaut werden. Die lange verspotteten „Wohnmaschinen“ der 70er-Jahre aus Ost und West sollen nun also die Rettung in der Not sein: Manche sprechen schon vom Plattenbau 2.0.
Berlin-Reinickendorf
Plattenbauten 2.0: Sind Modulbauten die Rettung in der Berliner Wohnungsnot?
Bei einem Rundgang mit dem Berliner Architekten Xaver Egger zeigt sich: Der moderne Modulbau ist keine Neuauflage der ostdeutschen Platte – und deutlich besser als sein Ruf.
13 Min
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Auf einem Stadtspaziergang mit Architekt Xaver Egger durch Reinickendorf. In Zeiten der Wohnungsnot könnte der Modulbau zu einem wichtigen Stellhebel werden.
© Thomas Meyer/Ostkreuz
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